unbegleitete Kinder in Betreuung
Honduras – 6. November 2018

Schutz und Hilfe für unbegleitete Kinder

In Honduras betreuen wir derzeit 40 unbegleitete Kinder, die an der Grenze aufgegriffen und zurückgeschickt wurden.

2.125 Kinder wurden seit Mitte Oktober in einem Transit- oder Grenzland der USA abgefangen und in ihr Heimatland Honduras zurückgeschickt. 234 Kinder wurden dabei von ihren Familien getrennt und brauchten eine vorübergehende Betreuung. Die meisten wurden in Guatemala aufgegriffen und von der Polizei über die Grenze nach Honduras zurückgebracht.

 

 


Kinder, die an den Grenzen abgeschoben werden, verdienen Fürsorge und Schutz, bis sie sicher mit ihren Familien wieder vereint sind. 

Nicolas Alfaro
Nationaler Direktor SOS-Kinderdorf Honduras

 

 

Schutz und Betreuung

Seit Oktober kümmern sich MitarbeiterInnen aus dem SOS-Kinderdorf Santa Rosa de Copán um 30 dieser abgeschobenen und unbegleiteten Kinder. Auch im SOS-Kinderdorf Choluteca werden 10 dieser Kinder betreut. Von dort wird die Wiedervereinigung mit Angehörigen in Honduras organisiert: zu Eltern oder aber zu nahen Angehörigen, wenn zB die Eltern selbst das Land verlassen haben.

Viele Menschen, die in Santa Rosa de Copán ankommen, warten auf eine zweite Chance, die Grenze zu überschreiten, andere wiederum wollen zu ihren Familien zurückkehren. SOS-Kinderdorf bietet den Kindern eine erste emotionale Betreuung, aber eine längerfristige psychische Gesundheitsversorgung ist nicht möglich, da die Kinder nur kurz in der Unterkunft bleiben. Die meisten sind bei guter Gesundheit und es gab bisher keine Fälle von Kindern mit schweren gesundheitlichen Problemen oder Anzeichen von Missbrauch.

 

 

Betreuungsstätte in Honduras
SOS-Kinderdorf Honduras arbeitet mit lokalen Sozialeinrichtungen zusammen, um zu helfen. In Verbindung mit SOS-Kinderdorf Nicaragua und El Salvador, wird die Betreuung und der Schutz für Kinder koordiniert. Gemeinsam wird für eine Unterbringung gesorgt und auf die Bedürfnisse von Migrantenkindern- familien eingegangen.

 

Eine Abwärtsspirale

Aufgrund von Armut, Gewalt, Bandenkriegenden und der allgemeinen politischen Lage fliehen tausende Menschen aus Honduras. Werden sie an den Grenzen aufgegriffen und zurückgeschickt, wagen die Flüchtenden nach wenigen Tagen einen neuen Versuch. Gerade für Kinder wird dieser Zustand langfristige Folgen haben, zeigt sich SOS-Kinderdorf besorgt: "Wir sehen Fälle von Kindern, die nicht Lesen und Schreiben können oder von Kindern, die ihre Ausbildung abgebrochen haben, um auf dem Feld, für weniger als vier Dollar pro Tag, zu arbeiten," sagt Nicolas Alfaro.

 

SOS-Kinderdorf in Honduras

1970 wurde das erste SOS-Kinderdorf in der Hauptstadt Tegucigalpa eröffnet. Nach Hurrikan Mitch hat hat SOS-Kinderdorf seine Aktivitäten ausgebaut und es wurde ein weitreichendes Nohilfeprogramm gestartet, um den Menschen zu helfen.
Derzeit unterstützen wir ca. 500 Kinder, Jugendliche und Familien in fünf SOS-Kinderdörfern in Honduras: Tela, La Ceiba, Santa Rosa de Copán, Choluteca und Tegucigalpa. Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder nicht länger bei ihren Familien bleiben können, finden liebevolle Aufnahme und Schutz in einer familiennahen Umgebung.

 

Weiterführende Informationen

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