International – 4. Juli 2018

Gewalt in Nicaragua: SOS-Kinderdorf evakuiert

Nach schweren Ausschreitungen in der Nachbarschaft musste das SOS-Kinderdorf bei Juigalpa evakuiert werden.

Die Gewalt in Nicaragua ist bis in die SOS-Kinderdörfer vorgedrungen. Nach schweren Ausschreitungen in unmittelbarer Umgebung eines SOS-Kinderdorfes in der 71.320-Einwohner-Stadt Juigalpa mussten alle 38 Kinder und Mitarbeiter evakuiert werden.

Sie seien in eine sichere Unterkunft gebracht worden, teilte Benito Rivas, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Nicaragua, mit. Die Gewalt habe die Kinder verstört, einige müssten psychologisch betreut werden. "Was in unserem Land passiert, ist eine Tragödie!", so Rivas weiter.

Seit Mitte April wird Nicaragua von schweren Massenprotesten erschüttert. Dabei wurden bereits mehr als 220 Menschen getötet. Erst am Wochenende gab es wieder Tote und Verletzte.
 

Dringender Appell

Laut Rivas haben die SOS-Kinderdörfer an allen Projektstandorten im Land Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Zudem habe man im Zusammenschluss mit anderen Hilfsorganisationen einen dringenden Appell unter anderem an den Ombudsmann für Menschenrechte sowie an Kirchenvertreter in Nicaragua geschickt und gefordert, einen Report zur Situation der Kinder zu erstellen und eine Versammlung einzuberufen, um sich gemeinsam für einen besseren Schutz der Kinder einzusetzen.

 

SOS-Kinderdorf in Nicaragua

 

SOS-Kinderdorf ist in Nicaragua seit den frühen 1970er Jahren aktiv. Es gibt sechs SOS-Kinderdörfer. Zusätzlich werden über die Familienstärkung und Bildungsprogramme viele Kinder in der Nachbarschaft unterstützt.

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