Äthiopien – 23. Mai 2018

Gesund mit einfachen Mitteln

Die 42-jährige Esetu ist dankbar, dass sie sich im Krankheitsfall nicht zwischen Lebensmitteleinkauf oder Arztbesuch entscheiden muss. Denn das SOS-medizinische Zentrum in Jimma bietet ihr eine medizinische Grundversorgung, die sie sich auch leisten kann.

Es ist schon eine Weile her, dass Esetu und ihre beiden Enkeltöchter Fana und Ayana so viel Spaß hatten: Gemeinsam spielen sie mit dem Springseil vor ihrem kleinen Häuschen im äthiopischen Jimma. Lachend hüpfen die kleinen Mädchen über das Seil. Die Großmutter, die die Kinder ganz alleine großzieht, lacht mit. Zum Selbermithüpfen ist sie allerdings noch zu müde. Es reicht ihr, das Seil für die Kinder zu schwingen. Ein fröhlicher Moment für Fana und Ayana, ihre Großmutter spielt wieder mit ihnen. Bis vor Kurzem war sie dazu noch zu krank.

 

Ein unbeschwerter Familienmoment. Esetu kann dank richtiger Behandlung wieder mit ihren Enkelinnen spielen. Foto: SOS-Archiv

 

Medizin, die sich jeder leisten kann

Dass Esetu sich oder ihre Enkelkinder überhaupt medizinisch beraten und behandeln lassen kann, verdankt sie dem SOS-medizinischen Zentrum in Jimma. Mit ihrem monatlichen Einkommen von 1500 äthiopischen Birr – umgerechnet etwas mehr als 42 Euro – bestreitet sie alleine den Lebensunterhalt für ihre Familie. Das sind neben den beiden Enkeltöchtern noch ihre eigene, jüngste Tochter und ihre betagte Mutter. Eine Behandlung in einem öffentlichen Spital – geschweige denn bei einem privaten Arzt – könnte sich Esetu gar nicht leisten. Die Kosten würden ihr gesamtes Budget für Lebensmittel verschlingen.

 

Bei der Kontrolle wird Esetus Genesung überprüft. Foto: SOS-Archiv


Bei Esetu diagnostizierte Wro Yimeghnushal Mamo, der Arzt des SOS-medizinischen Zentrums, Typhus: "Die meisten Krankheiten wie die von Esetu, die wir im SOS-medizinischen Zentrum behandeln, sind durch ungenügende Hygiene und ungesunde Lebensbedingungen wie verschmutztes Trinkwasser hervorgerufen." Meist handle es sich neben Durchfall- und Augenkrankheiten um Hautinfektionen, Parasitenbefall, Lungenentzündung oder Folgen von Mangelernährung. "Alles Erkrankungen, die unbehandelt für die Menschen gravierende Folgen haben können." Mit der richtigen Therapie seien sie behandelbar und mit Aufklärung über einfache Maßnahmen im Familienalltag sogar vorzubeugen.
 

Medizin und Aufklärung

Dementsprechend erhielt Esetu im SOS-medizinischen Zentrum nicht nur ihre Medikamente. Zusätzlich erklärte ihr der Arzt die wichtigsten Hygienemassnahmen, um einen Rückfall zu vermeiden. "Ich und die Kinder waschen uns seither gründlich unsere Hände, insbesondere vor dem Kochen oder Essen", erklärt sie. "Wir vermeiden, unbehandeltes Wasser zu trinken und passen mit rohen und verderblichen Lebensmitteln auf."

 

Eine Krankheit bedeutet im schlimmsten Fall den Verlust der Lebensgrundlage oder des Schulbesuchs der Kinder. Foto: SOS-Archiv


Medizinische Grundversorgung bedeutet für Esetu eine unglaubliche Erleichterung. Eine Krankheit bedeutet Erwerbsausfall, im schlimmsten Fall sogar den Verlust der Lebensgrundlage oder des Schulbesuchs der Enkeltöchter. Dank dem SOS-medizinischen Zentrum führt die Familie ein sichereres Leben. Esetu ist in der Lage, ihre Familie, die sie liebt, zu versorgen und mit den beiden Mädchen unbeschwerte Momente zu geniessen. Wie diesen heute, lachend am Springseil.

 

Unsere medizinische Arbeit in Äthiopien

  • 6 SOS-medizinische Zentren
  • 31.235 Behandlungen jährlich
  • 37 MitarbeiterInnen (Ärzte, Krankenschwestern, ...)
  • Fokus auf Behandlung, Diagnose, Medikamentenausgabe, Laboruntersuchungen, Gesundheitserziehung

 

 

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