Weibliche Genital­verstümmelung

Das unnötige Leid der Mädchen

Über 200 Millionen Mädchen und Frauen sind laut UNICEF von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Trotz neuer Gesetze, die auch in praktizierenden Ländern gelten, werden immer noch Mädchen vor ihrem 15. Lebensjahr beschnitten.

 

Grausame Tradition

In vielen Ländern Afrikas, im Mittleren Osten oder in Indonesiens gehört für Mädchen Schmerz und Leid zum Erwachsen werden dazu. Denn oft werden beim Übergang vom Mädchen zur Frau in einem grausamen Ritual die Schamlippen teilweise oder ganz entfernt. Bei der weiblichen Genitalverstümmelung, auf Englisch: Female Genital Mutilation/FGM, sind die Mädchen zwischen sechs und dreizehn Jahre alt, in manchen Kulturen erst wenige Monate.

Zahlen & Fakten

  • Länder mit der höchsten FGM-Rate:
    Somalia (98 %), Guinea (96 %), Djibouti (93 %), Ägypten (91 %), Eritrea und Mali (89 %), Sudan und Sierra Leone (88 %) (Quelle Unicef)

  • Die meisten Beschneidungen finden immer noch ohne ärztliche Aufsicht zu Hause mit Klinge oder Rasiermesser statt

  • Mädchen, Frauen und Männer nennen "Soziale Akzeptanz" als Hauptgrund für die Notwendikeit einer Beschneidung

UN-Kinderrechts-Konventionen

Die UN-Kinderrechts-Konventionen stellt klar: Kinder haben das Recht, in einer Welt aufzuwachsen, in der sie Hoffnung auf Geschlechter-Gleichstellung (Artikel 29) sowie auf "Gesundheit, Würde und Selbstachtung" (Artikel 39) haben. Darüber hinaus ruft auch die UN-Generalversammlung in ihren Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs 2030) zu einer Eliminierung von FGM auf.

Zahlen

Unterstützung durch SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf setzt sich seit vielen Jahren für die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen ein und damit auch gegen die Tradition der Beschneidung. In Ländern, in denen FGM praktiziert wird, zum Beispiel in Kenia, Gambia, Guinea und im Sudan, unterstützen wir Frauen durch Aufklärungskampagnen, die wir für die Gemeinden organisieren.

Wir weisen auf die lebenslangen Risiken hin, auf die Gesetzeslage, auf die Kinderrechte, das Recht auf die Unversehrtheit des Körpers. In Kenia und Gambia werden neben Aufklärungskampagnen gemeinsam mit Partner-Organisationen und den Gemeinden alternative Rituale gefördert.

In 123 Kindergärten, 116 Hermann-Gmeiner-Schulen und 25 Berufsbildungszentren in Afrika fördern wir Mädchen und Buben.

Starke Mädchen, starke Frauen

Wir sind überzeugt: starke und gebildete Frauen sind in der Lage die Gesellschaft zu verändern, sie können nicht nur ihre Töchter von dieser Tradition bewahren sondern auch ihre Männer und Söhne davon überzeugen, sich öffentlich gegen die Beschneidung stark zu machen.

Mit unseren Familienstärkungsprogrammen in ganz Afrika unterstützen und stärken wir Mädchen und Frauen und deren Familien. Wir helfen ihnen sich eine eigene Existenz aufzubauen. In den Hermann-Gmeiner-Schulen fördern wir Mädchen und Buben gleichermaßen und setzen damit ein Zeichen für Gleichberechtigung.

Position Statement

Jeder ist Staat verpflichtet, sicherzustellen, dass für Kinder gesorgt wird und die Grundrechte von Mädchen geschützt werden. Die Regierungen müssen Gesetze erlassen und ausführen, um die Mädchen vor physischem und psychischem Schaden zu bewahren. Es gibt keinen Kompromiss, wenn es darum geht, dass Kinder in einem sicheren, behüteten und gesundem Umfeld aufwachsen, in dem beide Geschlechter mit demselben Respekt behandelt werden.

Position Statement

Betroffene Mädchen in Österreich

In Österreich leben in den betreuten Jugendwohngruppen für unbegleitet minderjährige Flüchtlinge ebenfalls Mädchen aus praktizierenden FGM-Ländern. So auch im Clearing-house in Salzburg. Ob und wie viele Mädchen eine Beschneidung über sich ergehen lassen mussten, ist unklar, da aus vielerlei Gründen die Mädchen nicht darüber sprechen.

Stellen sich während der Betreuung psychische oder körperliche Belastung aufgrund von FGM heraus oder wird es von den Mädchen thematisiert, werden sie von ihrer Bezugssperson hochsensibel betreut. Eine psychologische und medizinische Begleitung ist möglich bzw. vorgesehen.

 

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