Aus dem Archiv – 02.12.19

Historisches Datum

Am 2. Dezember 1949 fand im SOS-Kinderdorf Imst die Firstfeier für das erste Familienhaus (Haus "Frieden") statt – es wurde Zuhause für neun Kinder. 70 Jahre später schmücken wieder zwei Firstbäume die Dächer von zwei neuen Gebäuden – wieder als Zuhause für je neun Kinder/Jugendliche.

Jedem Kind ein liebevolles Zuhause steht für die zeitlose Vision von SOS-Kinderdorf. Mit der Gründung von SOS-Kinderdorf leiteten Hermann Gmeiner und sein Team 1949 eine neue Ära ein: Waisen und von der Gesellschaft unerwünschte, ausgegrenzte Kinder sollten nicht mehr in Waisenhäusern, Erziehungsanstalten und Heimen verwahrt werden, sondern im Schutz und der Geborgenheit einer SOS-Kinderdorf-Familie aufwachsen. Für die damalige Zeit eine revolutionäre Idee und soziale Innovation.

 

Hermann Gmeiner (li) und Dorfleiter Fritz Haider vor Haus Frieden. Heute als Dorfcafe und Begegnungsraum intern als auch für Gäste und BesucherInnen dient


 

Zuhause für neun Kinder damals ...

Nach der Gründung von SOS-Kinderdorf (25.4.1949) in Innsbruck erfolgte im Sommer 1949 der Baustart für das erste SOS-Kinderdorf in Imst, und nach wenigen Monaten am 2.12. die Firstfeier für das erste Haus „Frieden“. 1951 zogen fünf Kriegswaisen ins Haus ein, wenig später waren es neun Kinder, die hier als SOS-Kinderdorf-Familie mit ihrer SOS-Kinderdorf-Mutter und ihren (Haus)Geschwistern lebten und für viele Jahre ein sicheres, bleibendes Zuhause hatten, wie viele weitere Generationen von Kindern danach.

 

Die Wohngruppen sind barrierefrei und fast doppelt so groß wie die alten Häuser: jedes Kind hat ein eigenes Zimmer, es gibt getrennte Nassbereiche für Mädchen und Buben, zusätzliche Gemeinschaftsräume und Therapiezimmer sowie eine eigene Garconniere für Besuche von Eltern und Angehörigen. (Foto: SOS-Archiv)

 

Zuhause für neun Kinder heute ...

70 Jahre später ist die Vision Jedem Kind ein liebevolles Zuhause immer noch aktuell. Die Art und Weise der pädagogischen Umsetzung hat sich gewandelt: Die beiden Wohngruppen, die gerade in Bau sind, zeigen das. "Die Häuser der Anfangszeit sind für die heutigen Bedürfnisse einer modernen pädagogischen Arbeit zu klein", erklärt SOS-Kinderdorf-Leiter Jörg Schmidt. Und es gibt klare Vorgaben durch die Kinder- und Jugendhilfe als Auftraggeber: "Die Wohngruppen sind barrierefrei und fast doppelt so groß wie die alten Häuser: jedes Kind hat ein eigenes Zimmer, es gibt getrennte Nassbereiche für Mädchen und Buben, zusätzliche Gemeinschaftsräume und Therapiezimmer sowie eine eigene Garconniere für Besuche von Eltern und Angehörigen", freut sich Jörg Schmidt über diese neue Möglichkeit im Bereich der Elternarbeit. Im Zusammenwirken von Architekten und Planern sowie mit Beteiligung der Pädagogen/innen und Kinder/Jugendlichen konnten wir sehr ökologisch bauen und auch atmosphärisch eine kindgerechte und gesunde Umgebung schaffen für junge Menschen, die vorübergehend oder längerfristig nicht daheim bei den Eltern aufwachsen können!"
 

Innenausbau über den Winter und Eröffnung im Juni 2020

"An einem Haus werden gerade die Holzschindeln an der Fassade angebracht, beim zweiten die Glaserker fertiggestellt und Fenster gesetzt. Danach können wir mit dem Innenausbau aller Räumlichkeiten loslegen", blickt Schmidt zuversichtlich nach vorne. "Und so freue ich mich jetzt schon sehr auf die Eröffnung beider Wohngruppen im Juni 2020 und bedanke mich bei allen Freunden/innen, Förderern und Partnern! Ohne ihre Unterstützung könnten wir diese zukunftsweisenden Projekte nicht verwirklichen und damit sicherstellen, dass das SOS-Kinderdorf Imst auch nächsten Generationen von Kindern und Jugendlichen ein liebevolles Zuhause und bestmögliche Betreuung und Begleitung in schwierigen Zeiten bieten kann!"

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