Eine Mutter mit ihrem Kind auf dem Rücken
Guatemala – 17. Oktober 2018

Familienstärkung in Guatemala

SOS-Kinderdorf Guatemala unterstützt bedürftige Familien in Santa Cruz del Quiché, damit sie ihre Kinder angemessen versorgen und schützen können.

Guatemala ist das Land mit der höchsten Rate an chronischer Unterernährung in Lateinamerika und gehört zu den sechs Ländern mit der höchsten Rate weltweit. Nahezu die Hälfte (46,5%) der Kinder unter fünf Jahren sind betroffen. Die hohe Ungleichheit und Armut bringen viele Familien in eine Situation der Gefährdung und Not. Zwei Drittel der rund 16,5 Mio. Einwohner, leben täglich von weniger als 2 Dollar. Der Nordwesten zählt zu den Gebieten mit der höchsten Unterernährungsrate von Kindern unter 5 Jahren, mit 69%.

 

Unsere Hilfe

Die SOS-Unterstützung umfasst Maßnahmen zur Senkung der Unterernährung, Workshops zur Familienentwicklung, die Schulung von Gemeindemitgliedern in der Durchführung von Aktivitäten zur frühkindlichen Entwicklung, den Zugang zu Alphabetisierungskursen und Bildungsaktivitäten.

Beide Elternteile müssen an den Workshops teilnehmen und Ziel ist es, die Familien mit Wissen und Hilfsmitteln zu versorgen, damit sie ein sicheres und nährendes Zuhause für ihre Kinder errichten können, die Kindesentwicklung unterstützen und angemessen auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen können.

 

Eine Gruppe von Müttern während dem Workshop
In Xatinap, einer Gemeinde in Santa Cruz, arbeiten Mütter in Gruppen zusammen um Themen wie den Kinderschutz, das Familienleben, positive Erziehung und Gemeinschaftsorganisation zu diskutieren und zu erarbeiten.

 


Bei diesen Aktivitäten diskutieren wir verschiedene Themen, die das Elternsein in Hinblick auf den Kinderschutz betreffen. Wir vermitteln die Rechte von Kindern und Jugendlichen oder verschiedene Formen der Gewalt.

Diego Morales
SOS-Mitarbeiter

 

 

Diego Morales bei der Arbeit
Der SOS-Mitarbeiter Diego Morales besucht die Familien regelmäßig, um die Verbesserungen in der Entwicklung zu erkennen.

 

Gegen den Hunger

Um die Unterernährung von Kindern einzudämmen, erhalten Familien jeden Monat Nahrungsmittelhilfe. Unterernährung ist nicht nur eine Folge von Nahrungsmangel, sondern ist auch mit Essgewohnheiten und Hygienepraktiken verbunden. Deshalb erfahren die Eltern in Workshops, was sie tun können, um Unterernährung zu verhindern. Themen sind unter anderem Haushaltshygiene, die Pflege eines familiären Gemüse- und Kräutergartens und die Zubereitung verschiedener und abwechslungsreicher Mahlzeiten.

Die Kinder werden alle drei Monate gemessen und gewogen, um den Fortschritt zu beurteilen und eventuelle Fälle von Entwicklungsverzögerungen zu identifizieren. Bei einer Identifizierung von Wachstumsverzögerungen arbeitet das SOS-Team mit den einzelnen Familien zusammen, um das Risiko nachhaltiger Auswirkungen von Unterernährung zu mindern.

 

Mutter mit ihren vier Kindern
Die Nahrungsmittelhilfe stellt nicht nur sicher, dass eine Familie genug zu essen hat, sondern ermöglicht es ihnen auch, ihr eigenes Einkommen für andere wesentliche Ausgaben zu verwenden.

 

Förderung aller Familienmitglieder

Vor allem Frauen und Mädchen sind in Guatemala davon betroffen, keine Bildung zu erhalten. Familien in den SOS-Familienstärkungsprogrammen verpflichten sich, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Auch jene, die nicht Lesen und Schreiben können, erhalten die Möglichkeit diese grundlegenden Fähigkeiten zu erwerben.

 

Veronica, eine von zehn Frauen im Familienstärkungsprogramm
Verónica ist eine von zehn Frauen im Familienstärkungsprogramm, die ausgebildet ist, um die frühkindliche Förderung in ihrer Gemeinde zu unterstützen.

 

Durch die frühkindliche Förderung werden eine bessere Grob- und Feinmotorik, bessere Sprachfähigkeiten und stärkere emotionale und soziale Fähigkeiten entwickelt.

 

Familien stärken bedeutet, die kognitive und emotionale Entwicklung von Kindern zu verbessern und Familien zu unterstützen, um sie auf ein Leben mit dauerhaftem Lernen und gesunden Beziehungen vorzubereiten.

 

Weiterführende Informationen