Bergkarabach-Konflikt – 23.10.20

SOS-Kinderdorf nimmt vertriebene Kinder aus Bergkarabach auf

Nach der Eskalation des Konflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan und dem schweren Raketenangriff auf die aserbaidschanische Stadt Ganja musste das dortige SOS-Kinderdorf evakuiert werden.

Alle 50 Kinder und ihre Betreuerinnen wurden mit Bussen aus der Gefahrenzone gebracht und sind nun sicher im 360 Kilometer entfernten SOS-Kinderdorf Baku untergekommen.
 


Die Kinder sind traumatisiert und werden von unseren Psychologen betreut.

Tom Malvet
SOS-Kinderdorf Mitarbeiter

Halida Telmanova, die als SOS-Kinderdorf-Mutter fünf Kinder betreut, erzählt: "Wir sind mitten in der Nacht von einer Explosion aufgewacht. Das ganze Haus hat gewackelt. Die Kinder haben geweint und hatten große Angst. Seit Beginn der Kämpfe haben wir alle zusammen in einem Raum geschlafen – in unserer Alltagskleidung, damit wir jederzeit fliehen können." Auch nach der Evakuierung seien die Kinder noch sehr verängstigt.

Seit der Konflikt um die Region Bergkarabach Ende September erneut ausgebrochen war, sind bereits 20.000 Kinder, Frauen und alte Menschen vertrieben und 500 Menschen getötet worden, darunter auch Kinder. Außerdem sind Krankenhäuser, Schulen, hunderte von Häusern und Straßen zerstört worden.
 

Weitere Evakuierungen nicht ausgeschlossen

Auch auf armenischer Seite könnte es zu einer Evakuierung des SOS-Kinderdorfs Ijevan kommen. Es liegt nur 18 Kilometer von der Grenze entfernt und es ist nicht auszuschließen, dass die Kampfhandlungen in diese Region vordringen.
 

SOS-Nothilfe für Bergkarabach

Wir leiten derzeit auf beiden Seiten der Grenze Nothilfe-Maßnahmen ein. In Armenien werden bis zu 3.000 Kinder und ihre Familien unterstützt werden. Im armenischen Kinderdorf Kotayk sind bereits 57 Jungen und Mädchen aufgenommen worden, die ihr Zuhause verloren haben.

 

SOS-Nothilfe

Für die SOS-Nothilfe in Ländern wie Armenien und Aserbaidschan benötigen wir Spenden, die wir genau dort einsetzen, wo sie am dringendsten benötigt werden.

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Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Das SOS-Kinderdorf wurde 2005 erbaut.

 

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