EU4Youth gibt Jugendlichen eine Chance

SOS-Kinderdorf unterstützt Jugendliche und junge Erwachsene in Armenien, der Ukraine und Weißrussland beim Einstieg in die Berufswelt.

Seit 2018 betreibt SOS-Kinderdorf im Rahmen eines Projekts der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und der EU das Programm EU4Youth. In den drei Ländern Armenien, Ukraine und Weißrussland gibt es umfangreiche Weiterbildungsangebote für Jugendliche, mit dem Ziel, die Jugendlichen am Arbeitsmarkt zu integrieren oder sie bei der Gründung eines eigenen Start-ups zu unterstützen.

 

Die Chancen für junge Menschen am Arbeitsmarkt sind in allen drei Ländern sehr schwierig. Die wirtschaftliche Situation ist angespannt. In der Ostukraine herrscht seit dem Krieg 2014 ein Konflikt, der regelmäßig wieder aufflammt und viele Binnenvertriebene zur Folge hat. In Armenien eskalierte 2020 die angespannte Situation mit Aserbaidschan in der Region Berg-Karabach. In Weißrussland beherrschen politische Unruhen das Leben. "Diese großen Herausforderungen verschärfen zusätzlich zu den vielen Corona-Belastungen die Situation", erklärt Barbara Winter-Gipfl, Projektleiterin von EU4Youth bei SOS-Kinderdorf.

Vom Training bis zum eigenen Start-up

Seit Projektbeginn wurden insgesamt mehr als 900 junge Menschen unterstützt. "Für uns ist wichtig, dass in der Arbeit mit Jugendlichen berücksichtig wird, dass es nicht eine Lösung und einen Lebensweg gibt, der für alle passt", erklärt Winter-Gipfl. "In den Programmen wird daher viel Wert darauf gelegt, mit den Jugendlichen gemeinsam herauszufinden, wo ihre Stärken sind, welche Unterstützung sie brauchen und wofür sie sich begeistern." Je nach dem werden dann unterschiedliche Trainings und Weiterbildungsangebote zur Verfügung gestellt.

Oft geht es auch darum, Business-Ideen gemeinsam zum eigenen Unternehmen umzusetzen. "Wenn am Arbeitsmarkt grundsätzlich wenige Stellen vorhanden sind, hilft auch die beste Ausbildung bei der Jobsuche nicht weiter", so Winter-Gipfl. "Die jungen Menschen sind aber meist voller Tatendrang und haben kreative Ideen, diese mit einem eigenen Unternehmen umzusehen, unterstützen wir."

Bildungsprogramme in der Pandemie besonders wichtig

Jugendliche sind von den Auswirkungen und Einschränkungen der Corona-Pandemie besonders betroffen. "Die Situation am Arbeitsmarkt ist noch einmal schwieriger geworden und auch Schule und Bildungsprogramme wurden durch die Lockdowns und Distance Learning viel schwerer zugänglich", erklärt Winter-Gipfl.

"Es hat sich gezeigt, dass die Jugendlichen, die bereits vor der Pandemie in den Bildungsprogrammen von SOS-Kinderdorf angedockt haben, davon in den Lockdowns profitiert haben", so Winter-Gipfl. Die Ansprechpartner und Trainer halfen ihnen dabei, an ihren Ausbildungen dran zu bleiben, auch technische Infrastruktur konnte zur Verfügung gestellt werden.