Mindestsicherung – 13. März 2018

Mindestsicherung - Einheitliche Regelung notwendig

Geschäftsführer Christian Moser: "Die Vermeidung von Kinderarmut muss konsequent und verfassungskonform umgesetzt werden"

Christian Moser plädiert angesichts der aktuellen Aufhebung der niederösterreichischen Mindestsicherung für eine einheitliche Regelung für ganz Österreich.
 


"Das Urteil des Verfassungsgerichtshofes zeigt, wie dringend notwendig eine bundeseinheitliche Grundsatzgesetzgebung zur Mindestsicherung ist. Denn die Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Familien in Not darf nicht Daumen mal Pi je nach der politischen Stimmungslage stattfinden."

Christian Moser
Geschäftsführer SOS-Kinderdorf


Christian Moser fordert eine verfassungskonforme Regelung, bei der Armutsvermeidung im Mittelpunkt steht. Zeitgemäße Familienpolitik müsse sich zudem auf zeitgemäße Standards stützen: "Derzeit nehmen viele familienpolitische Maßnahmen auf Regelbedarfssätze aus dem Jahr 1964 Bezug – eine aktuelle Kinderkostenanalyse fehlt nach wie vor."
 

Familienbonus auch für die Schwächsten

Die Entlastung von Familien durch die Einführung des Familienbonus bezeichnet Moser als wichtigen Schritt. Es sei allerdings sehr bedauerlich, dass jene Kinder und Jugendlichen, die in materieller Not leben, davon kaum etwas spüren werden, so Moser: "Während ein Topmanager 125 Euro im Monat mehr am Konto haben wird, bekommt die geringverdienende Alleinerzieherin rund 20 Euro. Bezieht eine Familie Mindestsicherung oder sind beide Elternteile Niedrigstverdiener ohne Einkommenssteuerleistung, dann nützt ihnen diese 1,5 Milliarden teure Maßnahme gar nichts. Doch gerade dort würde eine finanzielle Hilfe dringend gebraucht".
 

Enquete zum Thema Armut

Jeder fünfte junge Mensch unter 19 Jahren ist in Österreich armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. "Die Bekämpfung von Kinderarmut muss zu einem zentralen Anliegen der Bundesregierung werden", sagt Moser. Als sehr begrüßenswert bezeichnet Moser die Initiative des Bundesrates, der unter dem Motto "Zukunftsstrategien gegen Armut in Kindheit und Alter" am 14. März zu einer Parlamentarischen Enquete in die Hofburg lädt.
 


"Kinder, die in Armut aufwachsen, werden in vielen Fällen auch benachteiligte Erwachsene. Es macht also auch volkswirtschaftlich Sinn, dafür zu sorgen, dass jedes Kind und jeder Jugendliche die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben erhält."

Christian Moser
Geschäftsführer SOS-Kinderdorf
 

Teufelskreis für Familien

Armut steht auch in enger Relation zu jenen komplexen Ursachen, die zu Fremdunterbringung führen. "In unserer pädagogischen Arbeit sind wir täglich damit konfrontiert: Armut, Bildungsdefizite und Krankheit reißen ganze Familien in einen Teufelskreis aus Überschuldung, Überforderung und Vernachlässigung", so Moser.
 

Weitere News zum Thema

/* pageName= Einheitliche Regelung notwendig pagePrefix= breadCrumb=Aktuelles / Einheitliche Regelung notwendig mainDomain=sos-kinderdorf.at langIdentifier=AT,de */