2. Juni 2017 | Foto-Reportage

Dürre in Kenia - Familien kämpfen ums Überleben

Die Dürre in Ostafrika hält an. Familien kämpfen ums Überleben. Die SOS-Nothilfe unterstützt die Ärmsten der Armen in Kenia, Äthiopien, dem Südsudan und Somalia.

Alleine in Kenia trifft die Dürre 2,6 Millionen Menschen. 360.000 Kinder, schwangere Frauen und stillenden Mütter sind akut unterernährt. Rinder, Kamele und Ziegen verdursten. Tausende Familien verlieren mit dem Tod der Tiere eine der wichtigsten Nahrungsquellen.



In Marsabit County, einer der am stärksten betroffenen Regionen Kenias, stellt die Wasser- und Nahrungsmittelknappheit ein stetig wachsendes Risiko für Kinder und Familien dar. Viele der 300.000 Menschen in der Region leben in abgeschiedenen Gebieten. Das verkompliziert die Lieferung der so dringend benötigten Hilfsgüter. Die Menschen kämpfen täglich ums Überleben und sind dabei auf fremde Hilfe angewiesen. Fotos aus der Region zeichnen ein beklemmendes Bild der Situation. 


"So etwas habe ich noch nie gesehen und ich fürchte mich vor der Zukunft."

Dorfältester in Maikona, Kenia  
 


Das Flachland wird zur Wüste

Mehr als 95 Prozent der Einwohner von Marsabit County leben von der Landwirtschaft. Sie sind abhängig von den Rindern, Kamelen, Ziegen und Eseln, die im Flachland gehalten werden. Trotz vereinzelter Niederschläge sind viele Teile der Region ausgetrocknet. Meteorologen warnen, dass sich die Dürre noch verschlimmern könnte.
 

Ohne Tiere gibt es kein Leben

Goalgallu Boru Ali ist das Oberhaupt einer Familie von 13 Personen. Sie lebt in einem Dorf mit 5.000 Einwohnern nahe der äthiopischen Grenze. Mitte Mai, am Höhepunkt der Dürre, verlor ihre Familie alle 50 Kühe. Die Tiere stellten für sie die Lebensgrundlage dar.
 
 

"Wie wird meine Familie überleben?“

Viele von Goalgallu Boru Alis Kinder mussten ihr Zuhause zu verlassen, um Arbeit zu finden. Ihre drei Enkelkinder können die Schule nicht mehr besuchen. Die Familie ist auf die Hilfe von Nachbarn angewiesen. "Wir sind ohne unser Vieh verloren. Was sollen wir jetzt machen? Wie wird meine Familie überleben", fragt Goalgullu.
 
 

Ziegenkadaver in Maikona

Die Zahl der toten Tiere ist zu groß, um sie zu zählen. "Sie bleiben dort, wo sie sterben", sagt Guyo Isalco Elema, Bürgermeister von Maikona, der Heimat von etwa 6.000 Menschen. Die Bevölkerung ist von der Nahrungsmittelhilfe der Regierung abhängig. Jedoch käme die staatliche Hilfe nur einmal im Monat und sei nicht ausreichend, erklärt er.

 

Die Angst vor der Zukunft

Jiba Okotu Halakhe ist einer der ältesten Dorfbewohner in Maikona. "So etwas habe ich noch nie gesehen und ich fürchte mich vor der Zukunft", sagt Jiba. "Wir haben lange auf den Regen gewartet und als es dann vor zwei Wochen regnete war bereits alles zu spät. Die Tiere waren tot."
 
 

Wenn Kamele sterben

"Wenn die Kamele anfangen zu sterben, weißt du, dass du ein echtes Problem hast", sagt der Bürgermeister von Maikona, Moses Galoro. In besseren Zeiten hätte das Kamel über 10.000 US-Dollar am Markt eingebracht. Nun muss das Tier muss den Hyänen überlassen werden. 
 
 

Warten auf die Eltern

Die Eltern dieser Kinder sind vor Wochen aufgebrochen, um Arbeit zu finden. Die Kinder blicken einer ungewissen Zukunft entgegen.

 

Wie geht es weiter? 

"Wir erhalten Hilfe, auch von Hilfsorganisationen. Aber es ist noch nicht genug. Was wird passieren, wenn sich die Situation verschlechtert", fragt Moses Galoro, Bürgermeister eines Dorfs mit 12.000 EinwohnerInnen.
 

Kredit für Nahrung

Die kenianische Regierung hat eine Reihe von Initiativen gestartet, um den Menschen zu helfen. Zusätzlich zur Nahrungsmittelhilfe gibt es einen Fond, der auf Basis eines Kreditsystems funktioniert. Holathura Eisimuobanai hofft, seine sechs Kinder mithilfe eines Kredits ernähren zu können. "Wir müssen das Geld zurückzahlen, aber darum können wir uns später Gedanken machen. Jetzt müssen wir essen", sagt er.
 


Holathura Eisimuobanai und seine Söhne 

Holathuras Frau und seine Töchter sind von ihrem Heimatdorf Rarima in das 20 Kilometer entfernte Kargi aufgebrochen. Dort wollen sie für die Familie einen Kredit für Nahrung beantragen. "Sie sind vor drei Tagen gegangen", sagt Holathura. "Wir haben seitdem nichts gegessen. Ich weiß nicht, wann sie zurückkehren. Meine Söhne sind hungrig.“
 
 

Wasser für die Schule

Wako Liban, Leiter in der Dambala Fachana Schule, hat die Eltern und Schüler darum gebeten, jeden Tag zwei Liter Wasser in die Schule mitzubringen, da in der Schule Wassermangel herrscht. "Die Gemeinde besteht hauptsächlich aus Viehzüchtern. Wegen der Dürre hat sich eine große Anzahl von Menschen auf die Suche nach besseren Weiden begeben", sagt er. “Sie nehmen ihre Kinder mit und diese kommen nicht mehr zur Schule zurück."
 
 

Maismehl für die Kinder

Die kenianische Regierung hat vor kurzem 500 Kilogramm Maismehl in die Schule geliefert. "Obwohl das sehr begrüßt wird, ist es leider nicht genug. Es ist schwierig, die Zeit bis zur nächsten Lieferung zu überbrücken", so Schulleiter Wako Liban.
 

Rationierung für Schulkinder in Dambala Fachana

Die Regierung hat eine Empfehlung für die Tagesration pro Kind abgegeben, um möglichst lange mit den zur Verfügung gestellten Lebensmitteln auszukommen. Für Schulleiter Wako Liban stimmt die Kalkulation nicht: "Welches Kind kann mit 150 Gramm Maismehl pro Tag überleben? Vor allem, wenn dies die einzige Mahlzeit ist, die sie an diesem Tag essen."
  

Pläne für die Kinder
 
Wako Liban und Bürgermeister Liban Gedo wollen die Tagesrationen für die Kinder erhöhen. Zusätzlich wollen sie ein Internat bauen, damit die Kinder auch dann zur Schule gehen können, wenn ihre Eltern auf der Suche nach Arbeit das Dorf verlassen müssen.


Warten auf den Familienvater

Ebenyo Moru lebt mit ihren fünf Kindern am Rande der Stadt Marsabit. Die Familie hat ihr Vieh wegen der Dürre verloren. Aufgrund die Missernte auf ihrem Maisfeld steht die Familie nun fast ohne Nahrung da. Ebonyos Ehemann sucht fernab der Heimat nach  Arbeit. Seit drei Monaten hat die Familie nichts von ihm gehört.
 

Junges Mädchen in Marsabit

Ein Mädchen aus einer befreundeten Familie besucht Ebenyo Moru und ihre Kinder. Auch ihre Familie leidet und der akuten Nahrungsmittel- und Wasserknappheit. 
 

Am Rande der Verzweiflung

Ebenyo ist am Rande der Verzweiflung. Sie war dazu gezwungen, ihre fünf Kinder aus der Schule zu nehmen. Auch sie müssen ihr derzeit dabei helfen, Geld zu verdienen. Die Kinder waschen Kleider am Straßenrand.


Hilfe für Ostafrika

Mit Ihrer Hilfe und Spende können wir das Leid in Ostafrika lindern.
Jetzt spenden

/* pageName= Dürre im Norden Kenias pagePrefix= breadCrumb=Aktuelles / Dürre im Norden Kenias mainDomain=sos-kinderdorf.at langIdentifier=AT,de */