Muttertag – 9. Mai 2018

"Du hast ein ganzes Dorf zur Seite"

Esther wollte immer mit Kindern arbeiten und begann nach ihrer Ausbildung im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl als Familienhelferin. Mittlerweile ist sie SOS-Kinderdorf-Mutter von fünf Kindern. Obwohl ihr Beruf viele Herausforderungen mit sich bringt und noch mehr Verantwortung, möchte sie mit niemanden tauschen.

"Ich wollte immer schon einen Beruf mit vielen Kindern!" blickt Esther zurück und lacht. Um ihren Traum zu verwirklichen, begann sie die Ausbildung zur Sozialarbeiterin und absolvierte verschiedene Praktika: im Krankenhaus und Altersheim, in Wohngruppen und Pflegefamilien. "Das hat mir schon gut gefallen", sagt Esther, "aber ich wollte in einem Umfeld arbeiten, bei dem ich ganz viel Zeit für die Menschen habe. Jeder verdient eine zweite Chance und ich wollte für diese Menschen da sein!"

 

Esther ist seit zwei Jahren SOS-Kinderdorf-Mutter im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl. Davor arbeitete sie vier Jahre als Familienhelferin im Dorf.



So kam Esther auf das SOS-Kinderdorf. Die Idee der SOS-Kinderdorf-Mutter, die Kindern eine langfristige Unterstützung bietet, gefiel ihr sofort. Sie begann als Sozialpädagogin und unterstütze die SOS-Kinderdorf-Mütter im Dorf. Für Esther eine wertvolle Erfahrung: "Ich bin froh, so viele Mütter kennengelernt zu haben. Jede Mutter ist anders, jede hat ihre eigene Art mit den Kindern zu leben." Eine der ersten Mütter, die Esther kennen lernte, war auch ihr Vorbild. "Sie war energisch und ruhig zugleich. Eine Fähigkeit die mit der Erfahrung kommt und dich vielseitig und beweglich macht", ist Esther überzeugt.

 

Esther betreut drei Mädchen und zwei Buben, zusammen mit zwei Sozialpädagoginnen, die ihr zur Seite stehen.


Seit zwei Jahren ist Esther nun selber SOS-Kinderdorf-Mutter. Sie betreut zwei Geschwistergruppen, drei Mädchen und zwei Buben im Alter von drei und zehn Jahren. Ihre Anfangszeit beschreibt sie als Zeit von Veränderung und Herausforderung: "Aufgeben wollte ich nie! Ich dachte mir nur ja, da brauchst du jetzt wirklich alle Kraft!" Die Unterstützung ihrer KollegInnen und der eigenen Familie hilft ihr dabei. Zusätzlich kann sie auf das professionelle Umfeld zählen. Ein großer Vorteil, wie sie sagt: "Die Erfahrung und Expertise der Kolleginnen und der begleitenden PädagogInnen sind unschätzbar - du hast ein ganzes Dorf zur Seite!"

Die ersten Wochen mit ihrer neuen Familie waren spannend: "Du musst mit den Kindern gemeinsam etwas erleben, an das sie sich erinnern. Einen Ausflug machen, zum Spielplatz gehen, gemeinsam einen Film schauen. Das festigt die Beziehung. Und die Kinder lernen Vertrauen zu fassen, es gibt jemand, der für sie da ist und sie unterstützt."

Der Haushalt muss gut organisiert sein. Bei einer 6-köpfigen Familie kommt viel Wäsche zusammen.


Bei fünf Kindern muss der Alltag im Haus gut organisiert sein. Für die Bedürfnisse der Kinder da sein, den Haushalt organisieren, die administrativen Aufgaben erledigen, Berichte schreiben, die Aktivitäten der Kinder koordinieren. Deshalb stehen Esther zwei Sozialpädagoginnen zur Seite. „Du lernst, dich aufeinander zu verlassen!“ sagt Esther. Trotzdem ist sie sich ihrer großen Verantwortung bewusst. Auch wenn sie Sozialpädagoginnen zur Seite hat und die leiblichen Eltern, zu denen Kontakt gehalten wird, Esther ist die Bezugsperson.

"Ich bin für die Kinder der Ansprechpartner! Und wir teilen den Alltag und auch unsere Stimmung, unsere Gefühle, egal ob ich müde bin oder krank. Es ist wichtig, sich hinzusitzen und zu reden, über die Hausaufgaben, den Putzplan. Aber auch gemeinsam lachen oder weinen. Wir erleben alle Tiefen und Höhen gemeinsam – das bringt uns näher zusammen."

Esther hat gelernt geduldig zu sein. Sie kennt ihre Stärken mittlerweile sehr genau – aber auch ihre Grenzen und das ist wichtig, "denn ich muss schließlich genauso gut auf mich aufpassen".

 

Die Geschwister verstehen sich gut. Der geräumige Garten bietet viel Platz für gemeinsame Aktivitäten.



Ihren Kindern möchte sie eine gewisse Leichtigkeit mitgeben. "Kinder in alternativer Unterbringung tragen einen schweren Rucksack an Vorgeschichten mit sich herum. Ich möchte, dass sie wissen: Es ist OK, ihn einfach hin und wieder fallen zu lassen."

Ihren Erfolg misst Esther so: die Kinder bestmöglich auf ihrem Weg in ihre Unabhängigkeit zu unterstützen, damit sie für zukünftige Herausforderungen gewappnet sind, auf eigenen Füßen stehen, einen Schulabschluss besitzen und einen Platz im Leben gefunden haben, an dem sie glücklich sind.


 

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