Vatertag – 8. Juni 2018

Das sieben Männer-Haus

Im SOS-Kinderdorf Barrett Town, in Montego Bay, (Jamaica) arbeitet Garfield, der schon als Kind die Schattenseiten der Insel kennenlernte. Jetzt als junger Erwachsener arbeitet er sehr engagiert und bietet sechs Jugendliche von und bei SOS-Kinderdorf ein Zuhause - und das mit vierundzwanzig Jahren.

Garfield im SOS-Kinderdorf Barrett Town. Mit seinen vierundzwanzig Jahren ist er für sechs Jugendliche in seinem Haus verantwortlich. 

 

Wir sitzen auf der Veranda von Haus Nr 14, in dem Garfield wohnt. Nach kurzer Begrüßung verschwindet er hinter einem Vorhang aus Wäsche. So hören wir seine Geschichte, während er bedächtig unzählige Hosen und T-Shirts von der Leine nimmt und sorgfältig zusammenlegt.

 

Der große Bruder

Der 24-jährige betreut hauptverantwortlich sechs Buben zwischen 15 und 18 Jahren. "Ja, eigentlich wie eine SOS-Kinderdorf-Mutter!" lacht er, "aber ich fühle mich oft wie der großer Bruder! Immerhin bin ich schon vier Jahre hier, die zwei Ältesten, Ben und Marcus, sind gerade mal sechs Jahre jünger als ich."
 

 

 

Das SOS-Kinderdorf Barrett Town an der Nordküste Jamaicas bietet Platz für 12 Familien. Das zweite Dorf liegt in Stony Hill im Landesinneren.  

 

Der mutige Schritt für alle

Garfield diese Verantwortung zu übertragen war ein in mutiger Schritt – für ihn, genauso wie für das SOS-Kinderdorf. Garfield hatte sich für den Sicherheitsdienst beworben, aber seine angenehmen Art und sein gutes Gespür für junge Menschen blieben im Dorf nicht lange verborgen. Nach einer pädagogischen Ausbildung bei SOS-Kinderdorf Jamaica übersiedelte er ins Haus Nr. 14 zu Ben, Marcus (beide 18), Tim (17), John und James (16) und Chad (15).

 

Der Tennisplatz geht auf die Initiative von Garfield zurück. Mittlerweile spielen viele Kinder im Dorf oft und gern Tennis.

 

Gegenseitiger Respekt ist wichtig

Zu Beginn spürte er noch viel Aggressivität zwischen den Buben, resultierend auch aus ihren unterschiedlichen Vorgeschichten. "Manchmal musste ich Schiedsrichter sein, mich mit ihnen an den Tisch sitzen und gemeinsam Lösungen suchen. Doch das Wichtigste war, einfach da zu sein, zuhören, ein offenes Ohr haben und - gut kochen natürlich!“, scherzt Garfield und ergänzt: "Sie müssen dir vertrauen und erfahren, dass du ihr verlässlicher erster Ansprechpartner bist! Gegenseitiger Respekt ist wichtig. Vielleicht respektieren sie mich, gerade weil ich noch so jung bin."
 

"Das mir das gelungen ist, darauf bin ich stolz!"

Natürlich ist nicht immer alles leicht. Wenn sie nicht reden wollen, haben wir ausgemacht, unsere Tennisschläger zu schnappen und am Dorfplatz zu spielen. Den alten Asphaltplatz haben wir vor ein paar Jahren dazu umfunktioniert. Tennisspielen hilft sehr! Es kommt auch vor, dass mir einer der Jungs den Schläger in die Hand drückt und sagt: "Komm Garfield, du brauchst jetzt wirklich ein Match!"

 

 

Der Tennisplatz kann ganz schnell in einen Fußball- oder Basketball-Platz umfunktioniert werden. 


Ich musste lernen nicht alles persönlich zu nehmen. Mit Jugendlichen zu arbeiten benötigt Gelassenheit, aber auch Stabilität. Und ich habe natürlich das SOS-Netzwerk, das mir viel Unterstützung und Halt bietet. Ich arbeite gerne hier und mit den jugen Leuten. Ich helfe ihnen erwachsen zu werden. Hier zu sein und mit den Kindern aus meinem Haus und im ganzen Dorf zu wachsen ist für mich ein echtes Privileg.

 

 

Weiterführende Links

 

 

 

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