Schulbeginn – 04.09.20

Corona-Ampel kam für geregelten Schulbeginn zu spät

Weiterhin fehlen Lösungen für Homeschooling und Förderunterricht, kritisiert unser Geschäftsführer Christian Moser.

"Die Regierung hat über den Sommer ihre Hausaufgaben nicht gemacht", sagt unser Geschäftsführer Christian Moser anlässlich der heutigen Präsentation der Corona-Ampel. "Dass erst heute die Corona-Ampel online gegangen ist, erzeugt wieder einmal unnötigen Stress durch Unsicherheit. Für den geregelten Schulstart fehlen immer noch wichtige Informationen, die auch im Brief des Bildungsministers an die Eltern nicht enthalten waren. Dürfen die Eltern eines Erstklässlers am ersten Tag mit in die Schule oder nicht? Darf die Freundin aus der anderen Klasse begrüßt werden? Das ist alles offen", sagt Moser.


Die Regierung hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht!

Christian Moser
Geschäftsführer SOS-Kinderdorf

 

 

Keine Lösungen für Homeschooling

Besonders unklar sind die Maßnahmen, sollte es doch wieder zu Homeschooling kommen: "Wir lesen, der Stundenplan soll auch zu Hause möglichst eingehalten werden. Das funktioniert vielleicht bei Jugendlichen, aber wie bitte geht das mit Volksschülerinnen und Volksschülern. Sitzen dann die Eltern bis zu fünf Stunden pro Tag mit ihren Sprösslingen neben dem Computer?", fragt Moser.

Die nun verlängerte Sonderbetreuungszeit ist jedenfalls ein völlig falsches Instrument zur Entlastung von Familien. "Dafür braucht es die Zustimmung des Arbeitgebers, der für diesen Sonderurlaub auf 70% der Lohnkosten sitzen bleibt. Also finanziert der Arbeitgeber quasi das Homeschooling – noch dazu in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Das passt einfach nicht. Wenn der Staat die Kinder heimschickt, muss er auch schauen, dass sie wirklich betreut werden können. Deshalb muss diese Sonderfreistellung öffentlich finanziert sein. Es werden Milliarden in die Wirtschaft gepumpt und bei so etwas Wichtigem, wie dem Wohlergehen von Kindern, wird geknausert", sagt Moser.

 

Kein Kind zurücklassen

Besonders wichtig ist Moser, dass es eine ausreichende zusätzliche Förderung für alle Kinder gibt, die wegen Corona Lerndefizite mit in das nächste Schuljahr schleppen. "Nur Deutschunterricht in den Ferien anzubieten, war ein Fehler. Die Kinder in einer Klasse starten heuer mit immens unterschiedlichen Voraussetzungen. Wenn das nicht ausreichend berücksichtigt wird, verlieren hunderttausende Kinder und Jugendliche die Motivation und Freude am Lernen. Das darf nicht riskiert werden", warnt Moser.

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