Corona-Krise – 07.04.20

Schulschließungen belasten Familien

Die Verlängerung der Schulschließungen erzeugt zusätzlichen Druck bei Familien. Unser Geschäftsführer fordert mehr Rücksichtnahme!

Die aktuelle Corona-Krise ist für alle Menschen in diesem Land herausfordernd. Doch während Milliarden Euro zur Unterstützung von Wirtschaft und Arbeitsplätzen kurzfristig zur Verfügung stehen, werden viele Familien in ihrer ganz spezifischen Lebensrealität allein gelassen.

Wer fragt die Kinder? 

Anlässlich der jüngsten Informationen der Bundesregierung sieht unser Geschäftsführer den gesellschaftlichen Ausgleich in Gefahr.


Warum kommt die Frage, wie es Kindern und Jugendlichen in dieser Situation geht, an letzter Stelle in der politischen Debatte?

Christian Moser
Geschäftsführer SOS-Kinderdorf

Um die 24 Stunden Pflege – bei all ihrer Bedeutung – macht sich die Regierung offenbar wesentlich mehr Sorgen als um die Schülerinnen und Schüler, die nun zu Hause sitzen.

Schulschließungen erzeugen Stress  

Die aktuelle Prognose des Unterrichtsausfalls bis mindestens Mitte Mai ist quer durch alle Schichten ein massives Stressszenario. Besonders hart trifft es einmal mehr sozial Benachteiligte mit wenig Ressourcen, wenig Wohnraum und wenig Möglichkeit, Heimunterricht zu gestalten. 

Die Krisenbewältigungsstrategie der Regierung läuft im Moment entlang der Sozialpartnerlogik ab. "Das mag gut sein für die Stabilisierung des Arbeitsmarktes und der Unternehmen, doch ob es das Beste für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft ist, wird zu wenig diskutiert", sagt Christian Moser.  

Betreuungskarenz als Investition in die Zukunft der Kinder   

SOS-Kinderdorf schlägt eine Betreuungskarenz für Eltern schulpflichtiger Kinder vor: Eltern betreuen mit der Zustimmung ihrer Arbeitgeber ihre Kinder zu Hause, der Staat finanziert das mit Beihilfen in der Höhe des Arbeitslosengeldes. Der Arbeitgeber wäre so von den Lohnkosten entlastet und das existenzsichernde Einkommen der Eltern garantiert. Diese Lösung würde viel Druck aus den Familien nehmen. Und wäre somit eine gute Investition in die Zukunft unserer Kinder. 

 

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