Corona-Krise – 27.03.20

Schulschließungen gefährden Kinder in afrikanischen Ländern

Auch in afrikanischen Ländern müssen Schulen aufgrund von Corona geschlossen bleiben. Damit fallen für zahlreiche Kinder auch lebenswichtige Mahlzeiten aus.

"Für die allermeisten Schüler und Schülerinnen aus armen Familien ist die Schulspeisung die einzige Mahlzeit des Tages" berichtet unsere Kollegin Loretta Mkhonta, Leiterin SOS-Kinderdorf in Eswatini. Nach den Schulschließungen aufgrund der Corona-Pandemie hungern daher in Afrika zahlreiche Kinder. 

Nach Angaben der UNESCO sind über 87 Prozent aller Schulen und Universitäten weltweit inzwischen wegen COVID-19 geschlossen, betroffen sind mehr als 1,5 Milliarden Schüler und Studenten in 165 Ländern. Breitet sich das Virus weiter aus, dürfte diese Zahl noch weiter steigen.

Arme Familien können Folgen von COVID-19 nicht auffangen

Mit verheerenden Folgen für Kinder und Jugendliche in vielen afrikanischen Ländern. In Südafrika zum Beispiel, wo mehr als die Hälfte aller Menschen unterhalb der Armutsgrenze lebt: Viele Familien verdienen ihren Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs und kamen schon vor der Corona-Krise kaum über die Runden.


Kein Unterricht bedeutet hier für viele Eltern, dass ihre Kinder hungern!

Patrick Kulati
Leiter von SOS-Kinderdorf Südafrika

 

Die Schulschließungen könnten auch langfristig gravierende Auswirkungen nach sich ziehen: "Wir befürchten, dass gerade ärmere Familien die wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 nicht auffangen können und viele Kinder ihren Bildungsweg für immer abbrechen müssen", sagt Patrick Kulati. In Südafrika ist der Schulbesuch zwar kostenlos, aber zahlreiche Eltern können sich Schulmaterialien und Schuluniformen jetzt schon kaum leisten.

Situation auch in Simbabwe dramatisch

In anderen Ländern wie Simbabwe, wo hohe Schulgebühren erhoben werden, ist die Situation noch dramatischer. Auch der Unterricht von zu Hause ist für Kinder aus armen Familien kaum möglich. Den Eltern fehlt es an Ausrüstung und Unterstützungsmöglichkeiten. Nur selten gibt es einen Computer, oft nicht einmal einen ruhigen Platz zum Lernen.

"Wir sind in großer Sorge, dass in Folge des Virus die Biographien zahlreicher junger Menschen eine dramatische Wende ins Negative nehmen", sagt Kulati. Klar ist schon jetzt, dass ein Großteil der armen Familien über lange Zeit auf Hilfe angewiesen sein wird.

Die SOS-Kinderdorf unterstützt Kinder und Familien in Afrika seit Jahrzehnten und ist in der Corona-Krise verstärkt für sie da.

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