Nothilfe

"Brazil without borders"

Die drei SOS-Kinderdörfer in Venezuela sind derzeit gut versorgt. Trotzdem sind laut der Direktorin von SOS-Kinderdorf Venezuela "alle in Alarmbereitschaft!" In Kolumbien und Brasilien helfen wir flüchtenden Familien aus Venezuela.


Wir sind in Alarmbereitschaft! Wir haben Notfallpläne entwickelt, um im Fall die Versorgung sowie den Schutz unserer Kinder gewährleisten zu können.

Ilvania Martins
Direktorin SOS-Kinderdorf Venezuela

 

Trotz Krise einen "normalen" Alltag gestalten

"Wir passen uns laufend den sich ständig veränderten Bedingungen in Venezuela an, einerseits um die Versorgung sicherzustellen, andererseits um den Alltag der Kinder so normal wie möglich zu gestalten", erklärt Martins. "Die Kinder besuchen die Schule wann immer dies möglich ist. Unsere Dörfer gelten als sichere Zufluchtsorte für Kinder. Als Nichtregierungsorganisation bekennen wir uns zu den Grundsätzen der Neutralität und Unparteilichkeit. Wir setzen uns für das Recht aller Kinder ein, in einer sicheren und fürsorglichen Umgebung aufzuwachsen."

 

"Die Unterstützung bedeutet uns viel!"

SOS-Kinderdorf unterstützt seit 40 Jahren gefährdete Kinder und Familien in Venezuela. "Die aktuelle Situation belastet die Kinder sehr", erzählt Ilvania Martins besorgt. "Doch die Unterstützung, die wir von Partnern und Freunden aus aller Welt erhalten, bedeutet uns und vor allem den Kindern sehr viel!"

 

Doch der Anfang in Brasilien war schwer: Mit dem Sammeln und Verkaufen von Plastikflaschen und Dosen versuchte sich Felix über Wasser zu halten und monatlich etwas Geld an seine Familie zu überweisen. Mit den letzten Reserven holte er seine Frau Soralys und seine kleine Tochter nach. Sie lebten in einem provisorischen Zelt am Stadtrand. Auch wenn die Zukunft ungewiss schien, sie waren wieder zusammen, das war die Hauptsache.

Im August 2018 kam die große Wende, als SOS-Kinderdorf sein Nothilfeprogramm "Brazil without Borders" für geflüchtete Familien aus Venezuela startete. Felix und Soralys wurde eine Wohnung im SOS-Kinderdorf Igarassu zur Verfügung gestellt. Neben Unterkunft und Verpflegung stellte SOS-Kinderdorf Kontakt zu den Behörden, zu Ärzten und Partnerorganisationen her.

 

Felix mit seiner Familie. (Foto: privat) Aus Datenschutzgründen
sind die Namen geändert.

 

Mittlerweile haben Felix und Soralys einen Job in Igarassu gefunden. Felix arbeitet in einem Print-Shop als Verkäufer und Soralys im örtlichen Krankenhaus. Sie haben sich eine eigene Wohnung gemietet und im SOS-Kinderdorf einer neuen Flüchtlingsfamilie aus Venezuela Platz gemacht.

 

"Brazil without borders" bietet venezolanischen Familien vorübergehende Unterkünfte, auch in SOS-Kinderdörfern.

 

"Brazil without borders" in SOS-Kinderdörfern und Flüchtlingscamps

Diese so direkte und unmittelbare Unterstützung ist nur im kleinen Ausmaß in den SOS-Kinderdörfern Goioere und Igarassu möglich. Deshalb ist SOS-Kinderdorf mit "Brazil without borders" auch direkt in zwei Flüchtlingscamps aktiv. Neben dem Lebensnotwendigsten erhalten die Familien Sprachkurse, Hilfe bei Behördengängen, damit Kinder vor Ort die Schule besuchen können. Insgesamt können wir so derzeit 1.600 Menschen helfen.

Hilfe in Kolumbien

Auch in Kolumbien hilft SOS-Kinderdorf hunderten von Kindern und Familien aus Venezuela, die Zuflucht im Land gesucht haben. Das Notfallprogramm, das ebenfalls 2018 gestartet wurde, richtet sich mit "Child Friendly Spaces" in den Orten Villa del Sur, Riohacha, Maicao und Uribia besonders an Kinder und Jugendliche. In den "Child Friendly Spaces" können sie den Flüchtlingsalltag für ein paar Stunden hinter sich lassen: Sie spielen, erhalten psychologische Unterstützung und können sich in einem sicheren und geschützten Umfeld entwickeln.

 

 

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