Bettelndes Kind im Urlaub
25. Juli 2017 | Richtig helfen

Bettelnde Kinder im Urlaub

Warum man ihnen kein Geld geben sollte

Jeder, der schon einmal in einem Entwicklungsland war, kennt diese unangenehme Situation: Plötzlich steht ein Kind vor Dir, blickt Dich mit großen Augen und ausgestreckten Händen an und es fällt Dir wahnsinnig schwer nicht die Geldtasche zu zücken und dem Kind ein paar Münzen zu geben. Doch hilft man damit überhaupt? Wie verhält man sich in dieser Situation?

Die SOS-Kinderdörfer raten ganz klar davon ab, bettelnden Kindern im Urlaub Geld zu geben. Auch ihnen Süßigkeiten abzukaufen oder sich die Schuhe putzen zu lassen hilft den Kindern nicht. Ganz im Gegenteil: "Wer den Kindern Geld gibt, verschlimmert die Situation für sie und ihre Familien. Er trägt dazu bei, dass sie im Kreislauf der Armut gefangen bleiben", sagt Sandra Greco, nationale Leiterin der SOS-Kinderdörfer in Brasilien.



Geben Sie bettelnden Kindern kein Geld!

Wie Sie dennoch helfen können:

  • Unterstützen Sie stattdessen die Arbeit anerkannter Hilfsorganisationen vor Ort.
  • Investieren Sie in langfristige Projekte, die die Situation der Kinder und ihrer Familien dauerhaft verbessern.
Laut offiziellen Zahlen mussten 2013 weltweit 168 Millionen Kinder mehrere Stunden pro Tag arbeiten, 85 Millionen waren gezwungen, sich dafür in Gefahr zu begeben. Auch Betteln gilt als gefährliche Kinderarbeit.

 

Bittende Kinderaugen

Am größten Flughafen Brasiliens, in Sao Paulo, ist es gängige Praxis, dass notleidende Familien ihre Kinder zum Betteln schicken. Im Gegensatz zu anderen Formen der Kinderarbeit ist das Betteln in Brasilien gesetzlich erlaubt. Dabei werden die Kinder dramatisch ihrer Rechte beraubt: Bis zu 16 Stunden täglich sind sie mit dem Sammeln von Geld beschäftigt, können nicht in die Schule gehen, oft sind sie großen Gefahren ausgesetzt. In vielen Ländern werden Kinder auch Opfer krimineller Banden und von Kidnapping, in den schlimmsten Fällen werden sie sogar mutwillig verstümmelt, damit sie besonderes Mitleid erregen und höhere Einnahmen erzielen.

 

Aufklärung in Brasilien

Gemeinsam mit dem Flughafenbetreiber und der Gemeinde Guarulhos hat SOS-Kinderdorf deshalb eine Kampagne gestartet: "Keine Unterstützung für Betteln und Kinderarbeit! Investiere in die Zukunft!". Kurzfilme informieren die Passagiere über die Situation der Familien und im ganzen Flughafen sind Spendenboxen aufgestellt. Damit wollen wir notleidenden Familien helfen einen Weg aus der Abhängigkeit zu finden. Je nach Bedarf werden die Familien mit Gesundheitsvorsorge, Schule und Ausbildung für die Kinder unterstützt, über ihre Rechte informiert und langfristige Erwerbsmöglichkeiten entwickelt.


„Wir können nicht zulassen, dass Familien Tag für Tag mit den Almosen einzelner Reisender um ihr Überleben kämpfen müssen – ohne Perspektive für die Zukunft!"

Sandra Greco, nationale Leiterin der SOS-Kinderdörfer in Brasilien

 

Weitere Informationen

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