Beirut - Libanon

"Fast alle brauchen Hilfe!"

Seit der Explosion ist SOS-Koordinatorin Carla Choueifaty pausenlos in Beirut unterwegs. Alle sind von der Katastrophe betroffen, fast alle brauchen Hilfe ...

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Viele Familien in Beirut haben alles verloren. Neben dem Hafen und vielen Wohngebäuden wurden auch Spitäler und Gesundheitszentren zerstört sowie knapp 30 Schulen. 

Rula ist in Sicherheit!

Als die Explosion Beirut erschütterte, hielten sich Rula (Name geändert) und ihre Familie in ihrem Haus auf, in der Nähe des Hafens. Die Erschütterung war so stark, dass die Decke einbrach und Trümmer auf die Kinder fielen.
"Wir rannten raus, als die Decke über uns zusammenbrach", erzählt uns Rula. „Ich war verwundet, die Hand meiner Tochter gebrochen und mein Sohn verletzt. Aber wir sind sehr dankbar, dass wir überlebt haben!“

Hilfe, die ankommt

bisher verteilt (in Zusammenarbeit mit Partner-NGOs)

  • 60.000 Lebensmittelpakete
  • 31.000 Liter Wasser
  • 16.500 Hygiene-Kits
  •   2.000 Einsatz Krisenteam (psychologische Unterstützung)
  •      721 Gebäude aufgeräumt
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SOS-Kinderdorf ist seit über 50 Jahren im Libanon tätig. In vier SOS-Kinderdörfern werden rund 200 Kinder und Jugendliche betreut, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können. Im Rahmen von Familienstärkungsprogrammen werden über 200 Familien in Notsituationen unterstützt und gestärkt, um als Familie zusammenbleiben zu können. Seit 2013 betreibt SOS-Kinderdorf ein Nothilfeprogramm für syrische Flüchtlinge im Libanon.

Sie lief bis zum Haus ihres Bruders. Es war unbeschädigt und so konnten sie dort die erste Nacht verbringen. "Ich habe alles verloren, ich weiß nicht, wie es weitergeht!“, erzählte sie uns. 

SOS-Kinderdorf begann unmittelbar nach der Katastrophe mit der Soforthilfe und konnte mit Unterstützung von Freiwilligen für Rula und ihre drei Kinder ein Ersatzquartier finden. Sie darf dort wohnen bis sie wieder in ihre alte Wohnung zurückkehren kann. Das Team von SOS-Kinderdorf hilft ihr dabei, ihr Haus wieder aufzubauen, damit sie wieder dorthin zurückkehren können.

Die Eltern der einjährigen Aya wurden bei der Explosion getötet, die Großmutter wie durch ein Wunder nur leicht verletzt. Sie kümmert sich nun um ihre zwei Enkelkinder. Doch wie sie die nächsten Monate um die Runden kommen sollen, ist ungewiss.

Najwa wird unterstützt

Die kleine Aya (1 Jahr alt) und ihr Bruder Wael (3 Jahre) spielten bei ihrer Tante in einer Wohnung im Vorort Beiruts als das Lager explodierte. Ihre Eltern und ihre Großmutter waren auf dem Weg in die Stadt. Niemand ahnte, dass nur mehr die Großmutter zurückkehren würde. Beide Eltern wurden bei der Explosion getötet, die Großmutter wie durch ein Wunder nur leicht verletzt.

Najwa nahm ihre zwei Enkelkinder sofort zu sich. Sie sind jetzt ihre große Aufgabe und auch ihr einziger Trost: "Die Kinder geben mir Kraft. Sie sind alles, was ich noch habe und ich bete zu Gott, dass er mich lange gesund hält!" Wie sie sich und ihre Enkelkinder die nächsten Monate ernähren soll, ist ungewiss. Den Mitarbeiterinnen von SOS-Kinderdorf schüttet sie ihr Herz aus.


Jeder im Libanon ist betroffen. Auch die Überlebenden! Denn nur weil sie unverletzt sind, heißt es nicht, dass es ihnen gut geht!

Carla Choueifaty
SOS-Kinderdorf-Koordinatorin Libanon

So wie Aya, Wael und Najwa müssen viele Familien mit dem Verlust geliebter Menschen klarkommen. Zur Trauer und zum Schmerz kommt die große Sorge, wie sie die kommenden Monate überleben sollen. Das Team von SOS-Kinderdorf besucht und unterstützt – gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen - Familien wie die von Najwa und Rula, die nun so dringend Hilfe benötigen.

Lebensmittel, Wasser, Hygienekits werden ausgegeben, psychologische Unterstützung vermittelt, Notunterkünfte organisiert. Die zerstörten Schulen sollen auch mit Hilfe von SOS-Kinderdorf so schnell wie möglich wieder Instand gesetzt werden.

"Es ist eine Katastrophe!" ist Carla besorgt. "Wissen Sie, jeder im Libanon ist davon betroffen. Auch die Überlebenden! Denn nur weil sie unverletzt sind, heißt es nicht, dass es ihnen gut geht! Alle haben Verletzte in ihren Familien, alle kennen Nachbarn, die verwundet wurden. Der Schock sitzt tief, die Folgen werden uns lange beschäftigen. Fast jeder benötigt jetzt psychologische Unterstützung!"

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Die Versorgung und Betreuung von Kindern ohne elterliche Fürsorge bzw. von Kindern, die von ihren Eltern getrennt wurden, steht an erster Stelle. Nach der ganz akuten Hilfe für die lebensnotwendigsten Bereiche wird sich die Arbeit von SOS-Kinderdorf auch auf Schulbildung konzentrieren.

So hilft SOS-Kinderdorf

Die Versorgung und Betreuung von Kindern ohne elterliche Fürsorge bzw. von Kindern, die von ihren Eltern getrennt wurden, steht an erster Stelle. Weiters brauchen gerade Familien, die ihr Zuhause verloren haben und zusätzlich bereits davor von der schweren Wirtschaftskrise und den Auswirkungen der Corona-Krise schwer getroffen wurden, dringend Hilfe und Unterstützung, wie z.B. mit Lebensmittel- und Hygiene-Paketen sowie Bargeld. Nach der ganz akuten Hilfe für die lebensnotwendigsten Bereiche wird sich die Arbeit von SOS-Kinderdorf auch auf Schulbildung konzentrieren. Kindern, denen nun der Zugang zu Bildung fehlt, werden Lern- und Freizeitaktivitäten ermöglicht.

Weltweite Nothilfe: Fokus Libanon

Damit SOS-Kinderdorf bei akuten Krisen schnell und zielgerichtet helfen kann, planen und koordinieren SOS-Nothilfeteams alle notwendigen Maßnahmen direkt vor Ort.

Für diese rasche und unbürokratische Hilfe benötigen wir Spenden, die wir genau dort einsetzen können, wo sie am dringendsten benötigt werden. 

 

Helfen Sie jetzt Kindern und Familien im Libanon!

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