Ostafrika – 18.08.20

Die Ärmsten trifft es zuerst

Die Folgen des Klimawandels treffen arme Länder besonders hart. Speziell in Ostafrika sind tausende Menschen Wetterextremen wie Dürre und Flut schutzlos ausgesetzt. SOS-Kinderdorf setzt deshalb vor Ort Maßnahmen, um besonders benachteiligten Kindern und Familien in Notsituationen zu helfen.

Dürren, Missernten, Viehsterben und damit einhergehende Hungerkri-sen häufen sich: In ostafrikanischen Ländern wie Äthiopien wird auch die Arbeit von SOS-Kinderdorf stark von den Folgen des Klimawandels beeinflusst.


Wir spüren, dass Familien und Kinder immer mehr in Notsituationen geraten, die unmittelbar mit Wetterextremen zu tun haben. Wir mussten hier erst kürzlich einen Zeitraum von über einem Jahr ohne wirkliche Regenfälle überstehen“

Abdi Wadar
Projektkoordinator von SOS-Kinderdorf in Gode

 

Hilfe für arme Familien ohne Wasserzugang

Die Wasserversorgung für das SOS-Kinderdorf in Gode stellt die MitarbeiterInnen vor Ort konstant vor große Herausforderungen. Noch schlimmer trifft es jedoch arme Familien in den ländlichen Gemeinden, wo es gar keine Wasservorräte gibt. SOS-Kinderdorf reagierte auf diesen Notstand mit dem Bau von großen Wassertanks, die in der Lokalsprache „Birkads“ genannt werden. Die Tanks enthalten 800 Kubikmeter Wasser. „Wir haben gesehen, dass über 800 Familien mit dieser Menge Wasser fünf Monate auskommen“, berichtet SOS-Mit-arbeiter Abdi. Für die Familien am Land ist der Zugang zu Wasser doppelt wichtig, da sie auf die Viehwirtschaft angewiesen sind. Wenn Schafe und Ziegen verdursten, haben die Menschen keine Lebensgrundlage mehr. Die Folgen sind fatal.

Problematisch ist darüber hinaus, dass starke Regenfälle nach einer Dürre für die Menschen oft alles andere als hilfreich sind. Die Erde wird bei einer Dürre so trocken, dass sie kurzfristig kein Wasser mehr aufnehmen kann. In den stehenden Gewässern vermehren sich Mücken, die Krankheiten wie Cholera übertragen. Durchfallerkrankungen wie Cholera gehörten zu den häufi gsten Todesursachen für Kinder. „In unseren SOS-Kinderdörfern und Jugendwohneinrichtungen haben wir die Ausbreitung der Krankheiten auf-grund umfangreicher Präventionsmaßnahmen im Griff. Die Familien im Umkreis, denen wir auch helfen, sind aber aufgrund schlechter hygienischer Verhältnisse im Umfeld und zuhause der Ausbreitung schutzlos ausgeliefert“, erklärt Abdi. Im SOS-Sozialzentrum von Gode finden deshalb regelmäßig Verteilaktionen statt, wo Familien mit Hygienearti-keln ausgestattet werden, um den Krankheiten besser vorzubeugen.


Alle unsere Nothilfemaßnahmen hier zeigen Wirkung. Wir müssen aber gleichzeitig darauf schauen, dass wir für die Zukunft unsererKinder dem Klimawandel entgegensteuern“

Abdi Wadar


Deshalb integrieren wir bei SOS-Kinderdorf schon seit Jahren Umwelt- und Klimaschutzprojekte in unsere internationale Arbeit:

Grünes Bauen

Beim Neubau und der Moderni-sierung von SOS-Einrichtungen kommen Umwelttechnologien und Energiespartechniken zum Einsatz: beispielsweise Photovoltaik- und Biogasanlagen zur Stromerzeugung, thermische Solaranlagen für die Warmwasseraufbereitung oder auch einfache Solarkocher mit Hohlspiegeln.
 

Hilfe in der Nachbarschaft

Die Menschen in den Nachbarschaften der SOS-Kinderdörfer sind in die SOS-Umweltprojekte einbezogen und profi tieren von den Umwelttechnologien vor Ort. Die Photovoltaik-anlage im SOS-Kinderdorf Mombasa, Kenia, etwa versorgt Haushalte und Unternehmen in der Umgebung mit Solarstrom. Weitere Beispiele sind die ökologische Wasseraufberei-tungsanlage im SOS-Sozialzentrum Lipa, Philippinen, oder die Anlage des SOS-Kinderdorfs Dassa-Zoumé in Benin. Durch diese Anlagen erhalten benachbarte Familien Zugang zu sauberem Trinkwasser.
 

Umweltbildung

SOS-Schulen, Kindergärten oder Sozialzentren sensibilisieren Kinder, MitarbeiterInnen und Familien für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt und natürlichen Ressourcen. Dies erreichen wir durch Umweltbildung und konkrete Maßnahmen, wie beispielswei-se das Pfl anzen von Bäumen oder Recycling.
 

Ökologische Pionierarbeit

Die durch Umwelttechnologien modernisierten SOS-Kinderdörfer und SOS-Einrichtungen haben im Projektland Vorbildcharakter. Diese Umwelt- und Klimaschutzprojekte ebnen so den Weg für eine ökologisch nachhaltige Entwicklung – und für ein besseres Leben.

 

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