25. Oktober 2016

Wünsche kennen keine Grenzen, die Verwirklichung schon

6 Jugendliche erzählen ihre Geschichten

Kiara und Hadi, Angelina und Naveed, Vali und Leon haben einiges gemeinsam. Sie sind jung, leben in Österreich und haben viele Träume. Eines unterscheidet sie: Die einen haben sehr klare Vorstellungen, wie sie ihre Ziele erreichen. Die anderen wissen nicht, wie ihr Leben weitergehen wird. Lest hier ihre Geschichten. 
 

Vali und Leon

Leon (16) und Vali (13) sprechen über ihre Träume. 

Vali will zum Film. Oder zum Theater. „Vielleicht“, sagt er nach einer kurzen Pause, „gehe ich auch zur Polizei.“ Den Menschen helfen und dabei eine Uniform tragen – das fände er schon auch gut, erklärt der 13-Jährige. Momentan ist allerdings ungewiss, wo Vali künftig leben wird. Und ob er überhaupt die Möglichkeit bekommt, eine Ausbildung zu machen. Vali ist aus Afghanistan. Vor 8 Monaten  ist er nach Österreich geflüchtet. Ohne seine Familie. Vali lebt in einer SOS-Kinderdorf-Wohngruppe und besucht eine neue Mittelschule in Wien. Was danach kommt, weiß er nicht. Derzeit wartet er auf den Ausgang seines Asylverfahrens. „Ich will möglichst viel mit Österreichern in Kontakt kommen – ihre Kultur kennenlernen“, sagt er.  

Andere Kulturen kennenlernen findet auch Leon super. Und Fremdsprachen sowieso. Kürzlich hat er ein paar Brocken Dari gelernt. Die wendet er gleich einmal an, als er auf Vali trifft. Vali staunt nicht schlecht: „Wow!! Du sprichst richtig gut, wo hast du das gelernt?“ Leon lächelt stolz und zuckt mit den Schultern. „Das haben mir ein paar Jugendliche aus unserem Ort beigebracht“. Leon kommt aus Zwettl. So wie in vielen anderen Gegenden in Österreich mischen sich auch im Waldviertel seit einiger Zeit Sprachen wie Dari oder Farsi ins ortübliche Idiom. „Das finde ich richtig toll, dass wir so viele verschiedene Sprachen lernen können“, sagt Leon. Leon möchte Politiker werden „und ein paar Sachen gerade biegen“, wie er sagt. „Dass manche Menschen als minderwertig behandelt werden, nur weil sie aus ihrer Heimat flüchten mussten, ist zum Beispiel nicht okay.“ Leon ist 16. Zwei Jahre sind es noch bis zur Matura, dann will er studieren. In Wien oder in Salzburg. „Aber vielleicht werde ich auch Bio-Bauer“, sagt er. „Letzten Sommer habe ich ein Praktikum bei einer Landwirtschaft gemacht. Das hat mir schon auch sehr getaugt.“     
 

Angelina und Naveed

Schule hat für Angelina (13) und Naveed (15) eine recht unterschiedliche Bedeutung.

Angelina muss nicht lange überlegen, wenn sie nach ihrem Traumberuf gefragt wird. „Kindergärtnerin!“ ruft sie und strahlt übers ganze Gesicht, „ich will unbedingt Kindergärtnerin werden. Das ist mein großes Ziel.“ Die 13-Jährige ist jetzt schon ein Profi im Umgang mit Kindern. Denn sie lebt in einem SOS-Kinderdorf. „Ich passe gerne auf die kleineren im Dorf auf, das macht mir Spaß“, sagt sie. Weniger gerne geht Angelina in die Schule. „Das ist nicht immer lustig, aber ich weiß, dass es sein muss.“ Nach der Hauptschule will Angelina fünf weitere Jahre in die Schule gehen. „Und dann bin ich endlich Kindergärtnerin.“  

Auch Naveed weiß, wie wichtig Bildung ist. Beim Stichwort Schule streckt er beide Daumen hoch. „Schule ist gut!“ sagt er. Naveed ist 15 und kommt aus Afghanistan. Er besucht derzeit eine neue Mittelschule in Wien und will Regisseur werden. Um die Probleme, die Flüchtlinge haben, aufzuzeigen, wie er sagt.  Was es braucht, um als Regisseur zu arbeiten, weiß er nicht.  „Ich muss noch viel lernen – Deutsch, Englisch, Mathe, Biologie – alles!“ sagt er. Ob  Naveed die Chance dazu bekommt, ist offen. Sein Asylverfahren läuft noch.

 


Kiara und Hadi

Keara (15) und Hadi (14) verfolgen beide in Österreich ihre Ziele - mit unterschiedlichen Voraussetzungen. 

Kiara ist 15. Sie lebt mit ihrer Familie in Niederösterreich. Ihr größter Wunsch ist es, Schauspielerin zu werden. „Meine Eltern unterstützen mich sehr“, sagt sie. Zuerst will sie Matura machen, dann Schauspiel studieren „Ich weiß, das ist ein harter Weg“, sagt sie . „Und wenn das mit dem Schauspielern nicht klappen sollte, möchte ich in einem Büro arbeiten. Ich bin sehr gern unter Menschen.“

Neben Kiara sitzt Hadi. Hadi ist 14. Er wohnt in einer Wohngruppe von SOS-Kinderdorf  in Wien.  Hadi  ist vor ein paar Monaten nach Österreich gekommen. Seine Eltern sind in Afghanistan. „Ich vermisse sie sehr“, sagt er, „und weiß nicht, wann ich sie wiedersehen werde.“  Welchen Beruf er später ausüben will, weiß er noch nicht. Doch eines weiß er: „Ich möchte in Österreich bleiben. In die Schule gehen, etwas lernen und in Frieden leben.“

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