SOS-Kinderdorf zu Asylgipfel:
20. Jänner 2016

SOS-Kinderdorf zu Asylgipfel: Verschärftes Asylrecht erschwert Integration

Asylnovelle trifft Kinder und Jugendliche besonders hart, Diskussion um Obergrenze nicht zielführend

Die von Bund und Ländern angekündigte "Obergrenze für Asylwerber" bezeichnet SOS-Kinderdorf-Geschäftsführer Christian Moser als "hilflos daherkommende Symbolpolitik, die uns nicht weiter bringt." Zumal die Umsetzung eines solchen Richtwerts völlig offen und die Rechtmäßigkeit fraglich sei.

Auch die Maßnahmen, die laut Bundesregierung dabei helfen sollen, geflüchtete Menschen, die bereits in Österreich sind, besser zu versorgen und zu integrieren, sieht Moser kritisch.

"SOS-Kinderdorf weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die geplanten Verschärfungen im Asylgesetz (Asyl auf Zeit, Erschwerung der Familienzusammenführung) alles andere als integrationsfördernd sind", sagt Moser. „Vor allem für Kinder und Jugendliche hat die Asylnovelle weitreichende negative Folgen!“

Im derzeit vorliegenden Entwurf zu „Asyl auf Zeit“ soll drei Jahre nach der Zuerkennung des Asylstatus systematisch geprüft werden, ob die Flüchtlingseigenschaft weiterhin besteht. Minderjährige Flüchtlinge sind somit gezwungen, drei wertvolle Jahre durch weiteres Abwarten zu verschwenden. Spracherwerb, Ausbildungs- und Jobsuche werden durch dieses Gesetz massiv erschwert.

Leben in der Warteschleife

Christian Moser: „Jeder junge Mensch braucht eine sinnvolle Beschäftigung und eine Perspektive. Auf minderjährige Flüchtlinge warten stattdessen drei weitere Jahre in der Warteschleife. Einem 14-jährigen Jugendlichen raubt man damit ein Viertel seiner bisherigen Lebenszeit!“

Auch die geplante Erschwerung der Familienzusammenführung trifft besonders minderjährige Flüchtlinge. Sie sollen ihre Eltern erst nach drei Jahren nachholen können - werden sie aber in dieser Zeit volljährig, geht dieser Anspruch verloren. Denn erwachsene Flüchtlinge können nur Ehegatten und minderjährige Kinder nachholen. Christian Moser: „Dabei belegen zahlreiche Studien, wie wichtig Familie zum Gelingen der Integration ist.“

Echte Integration statt Debatten um Richtwerte und Obergrenzen

„Nach der ausführlichen Debatte um Begriffe wie Richtwerte und Obergrenzen appelliere ich an die Bundesregierung, alle Energien in Lösungsansätze zu stecken, die die Integration von geflüchteten Menschen wirklich fördern“, so Geschäftsführer Christan Moser weiter.

Dringenden Handlungsbedarf sieht Moser dabei vor allem bei den unbegleiteten Kindern und Jugendlichen. „Jeder Tag, den ein junger Mensch in einem Massenquartier verbringt, ist ein Tag zu viel – und erschwert die Integration“, sagt Christian Moser.

Derzeit sind nach wie vor rund 3000 Minderjährige in Großquartieren untergebracht – ohne altersgerechte Betreuung, ohne sinnvolle Tagesstruktur. Es ist davon auszugehen, dass der Großteil langfristig in Österreich bleiben wird.


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