14. Juli 2016

SOS-Kinderdorf nach blutigen Kämpfen im Südsudan evakuiert

Im Juli 2011 wurde der Südsudan zum 45. Staat des afrikanischen Kontinents. Andauernde politische Streitigkeiten führten im Dezember 2013 zu einer Krise und die Kämpfe brechen seither im ganzen Land immer wieder aus.
Aufgrund neuerlicher Kämpfe im Südsudan ist das SOS-Kinderdorf in der Hauptstadt Juba evakuiert worden. Kinder, SOS-Mütter und weitere MitarbeiterInnen waren durch die Angriffe in Lebensgefahr. Es ist bereits die zweite Evakuierung der 130 Kinder und Jugendlichen in dem von einem blutigem Bürgerkrieg gezeichneten Land.

Nachbarn hatten zunächst noch Zuflucht vor dem Beschuss im SOS-Kinderdorf gesucht. "Als dann Luftangriffe begannen, mussten wir das Dorf evakuieren und wir brachten die verängstigten Kinder sowie die Nachbarn in einer nahegelegenen Kirche in Sicherheit," beschreibt der Leiter der SOS-Kinderdörfer in Ostafrika, Dereje Wordofa, die dramatische Lage. Nach Abflauen der Kämpfe sitzen Kinder, MitarbeiterInnen und Nachbarn in einer Schule der Vereinten Nationen fest.
 

"Lage ist instabil; zu wenig zu Essen und zu Trinken"

“Die Lage ist trotz der Waffenruhe weiterhin sehr instabil. Das SOS-Kinderdorf wurde nach der Evakuierung komplett geplündert: Essensvorräte, Kleidung, Betten und weiteres Inventar wurden geraubt. Ebenso wurden die Häuser in der Nachbarschaft unseres Dorfes in Juba geplündert. Die Sicherheit der SOS-Familien ist dort nicht gewährleistet.“ Alle Kinder und Mitarbeiter blieben unverletzt. "Allerdings gibt es nicht genügend zu Essen und zu Trinken und auch keine Matratzen. Die Grundbedürfnisse und Sicherheit der Kinder haben deshalb momentan höchste Priorität,“ sagte Wordofa. Ob und wann die Kinder und SOS-Mitarbeiter in das Kinderdorf zurückkehren könnten, sei unklar. Weitere Optionen werden derzeit geprüft.

Zweite Evakuierung seit März 2014

Schon im März 2014 waren die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf in Malakal im Norden des Landes evakuiert worden, als Rebellen die Stadt und auch das Kinderdorf angegriffen hatten. Die Kinder waren daraufhin in die weitgehend sichere Hauptstadt Juba gebracht worden, wo ein Behelfs-Kinderdorf gebaut wurde. Nun musste auch dieses Dorf aufgegeben werden.
 

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