2. März 2016

SOS-Kinderdorf bei Round Table in Brüssel

SOS-Kinderdorf Österreich erläuterte in Brüssel seine langjährigen Erfahrungen in der Arbeit mit jugendlichen Flüchtlingen und präsentierte die besonderen Herausforderungen für eine kindgerechte Betreuung und Integration unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Österreich.

Elisabeth Hauser und Wolfgang Katsch bei EU in Brüssel

SOS-Kinderdorf Österreich präsentierte auf Einladung der Europäischen Kommission der Regionen ‚Best Practices und Herausforderungen in der qualitätsorientierten Betreuung von Kindern auf der Flucht‘. "Wir müssen die Hindernisse aus dem Weg räumen. Es kann nicht sein, dass 15 Jährige kein Recht auf Schule haben!", sagte der Vertreter des Hochkommissariats für Menschenrechte, und bezog sich dabei auf den Beitrag von Elisabeth Hauser, Pädagogik Leiterin von SOS-Kinderdorf in Österreich. Ziel des Roundtables war bzw. ist ein EU-Positionspapier mit Standards für Kinder, die als Flüchtlinge nach Europa kommen.


Begleitend zum Roundtable führten Elisabeth Hauser und Wolfgang Katsch, Leiter von SOS-Kinderdorf für Tirol, Vorarlberg, Salzburg (mit 15 jähriger Erfahrung in der Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Österreich) Gespräche mit VertreterInnen verschiedener Kommissariate. Sie machten auf die besondere Zielgruppe dieser benachteiligten Kinder und Jugendlichen aufmerksam. Konkrete weitere Schritte, die relevant für Advocacy sowie die Finanzierung kindgerechter Betreuungsplätze und begleitender Integrationsmaßnahmen in Österreich sind, wurden geplant.
 

Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen durch SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf betreut seit 15 Jahren unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) im SOS-Clearing house in Salzburg/Aigen und im BIWAK in Hall. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Flüchtlingsbereich und besonderen Dringlichkeiten hat SOS-Kinderdorf im letzten Jahr über 150 neue Plätze in ganz Österreich geschaffen: u.a. in neuen UMF Wohngemeinschaften in Eisenstadt/Kleinhöflein, Pinkafeld, Ebreichsdorf, Dölsach/Osttirol, Klagenfurt/Villach. Parallel dazu wurden alle freien Kapazitäten in bestehenden Angeboten der SOS-Kinderdörfer genützt und zusätzlich UMF aufgenommen.
 

Aktuell

Mit Stand 24. Februar 2016 betreute SOS-Kinderdorf in Österreich rund 250 Flüchtlinge, in erster Linie UMF. Die Kinder und Jugendlichen leben in überschaubaren Wohngemeinschaften (8 bis max. 15 Plätze) statt in Großquartieren und werden dort rund um die Uhr von einem multiprofessionellen Team aus den Bereichen Soziales, Pädagogik, Psychologie etc. altersgerecht und umfassend betreut. Manche UMF, vor allem Geschwister oder jüngere Kinder, wurden/werden auch in bestehende klassische SOS-Kinderdorf-Familien aufgenommen. Für ältere Jugendliche, die schon recht selbstständig, gibt es das „Betreute Wohnen“, wo sie nicht rund um die Uhr, sondern je nach Bedarf von Sozialpädagogen von SOS-Kinderdorf begleitet werden. Da im SOS-Kinderdorf in der Hinterbrühl (NÖ) Häuser zur Verfügung standen, hat man ganze Flüchtlingsfamilien bzw. alleinerziehende Frauen mit Kindern aufgenommen und ins Dorf integriert. Im SOS-Kinderdorf Imst wiederum wurden minderjährige Flüchtlinge gemeinsam mit älteren Geschwistern aufgenommen (insgesamt über 20).

So war und ist SOS-Kinderdorf im UMF Bereich bemüht, alle Möglichkeiten zur Hilfe auszuschöpfen und wird das weiter forcieren. Die unbegleiteten Kinder und Jugendlichen sind im Schnitt zwischen 7 und 18 Jahre alt und stammen zum überwiegenden Teil aus Afghanistan und Syrien. Eine weitere größere Gruppe machen UMF aus Somalia aus. Ansonsten sind immer wieder vereinzelt Nationen wie Irak, Iran, Mongolei oder Äthiopien vertreten.
 

Neu/in Planung und im Fokus der SOS-Kinderdorf-Arbeit

Da der Bedarf weiterhin sehr groß ist, arbeitet SOS-Kinderdorf intensiv daran, weitere qualitativ hochwertige Angebote für UMF zu schaffen. Aktuell werden dazu in mehreren Bundesländern Gespräche geführt und es wird auch schon die Umsetzung geplant (Vorarlberg, Tirol, OÖ, Wien). In Wien sind bereits drei weitere Standorte für UMF-WGs fixiert. Zusätzlich werden in Wien auch österreichische Familien, die Jugendliche Flüchtlinge bei sich zu Hause aufnehmen, vom SOS-Kinderdorf betreut. SOS-Kinderdorf setzt sich dafür ein, die Situation für Kinder auf der Flucht in Österreich zu verbessern – durch eigene Angebote und durch das Ausweiten der Betreuungsplätze sowie durch Beteiligung am politischen Diskurs und öffentliches Eintreten für die Rechte/Anliegen aller Kinder, auch und ganz besonders junger Menschen auf bzw. nach der Flucht.
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