15. September 2016

SOS-Kinderdorf: Schule ist der beste Weg zur Integration

Geschäftsführer Christian Moser: "Jungen Flüchtlingen darf der Zugang zu Bildung nicht verwehrt bleiben. Gesetzesänderung dringend notwendig."   

Wien/Innsbruck - SOS-Kinderdorf begrüßt die Ankündigung von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, eine Gesetzesänderung zu prüfen, um jungen Flüchtlingen den Schulbesuch über das 15. Lebensjahr hinaus zu ermöglichen.

Moser: "Ein großer, wichtiger Schritt"

Geschäftsführer Christian Moser: „Das wäre ein großer, wichtiger Schritt in Richtung Integration. Denn wenn wir von geflüchteten Jugendlichen  erwarten, sich möglichst schnell zu integrieren, müssen wir ihnen die Möglichkeit geben, mit österreichischen Jugendlichen in Kontakt zu kommen – und wo kann das besser gelingen als beim gemeinsamen Lernen in der Schule?“

Ein paar Stunden Deutschkurs pro Woche könnten niemals das ersetzen, was der Schulbesuch für die Integration leiste, so Moser. „Spracherwerb ist sehr wichtig – aber Deutsch allein reicht nicht, um in Österreich Fuß zu fassen. Was junge Menschen brauchen ist eine Ausbildung.“ 

Ausbildungs- und Lehrplatzoffensive für minderjährige Flüchtlinge

Derzeit seien, so Moser weiter, viele geflüchtete Jugendliche über 15 Jahren zum Nichtstun gezwungen. Denn sie dürfen nur in Ausnahmefällen weiterhin mit österreichischen Jugendlichen im Klassenzimmer sitzen oder einen Beruf erlernen. 

Moser regt eine Ausbildungs- und Lehrplatzoffensive für minderjährige Flüchtlinge an. „Was fehlt, ist ein bundesweiter Plan, wie wir diesen jungen Menschen flächendeckend Zugang zu Bildung verschaffen.
Einzelne Projekte gibt es ja bereits. Das Jugendcollege in Wien oder das Minerva-Bildungsprogramm von SOS-Kinderdorf in Salzburg zum Beispiel“, so Moser abschließend.  

  
Rückfragen: SOS-Kinderdorf/Presse, martina.stemmer@sos-kinderdorf.at, T.: 0676 / 881 444 243
 

Weitere Informationen

Das Thema Bildung nimmt auch bei der SOS-Kinderdorf Kampagne "#gleicheChancen - echte Hoffnung" eine zentrale Rolle ein. SOS-Kinderdorf macht auf Ungerechtigkeiten aufmerksam, denen junge Flüchtlinge ausgesetzt sind. Denn sie werden in Österreich als Asylsuchende behandelt – und nicht als das was sie in erster Linie sind: Kinder und Jugendliche.

 

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