"Wie ich meinen Traum von Olympia verwirklichte"

Auch wenn Mavis keine Goldmedaille nach Simbabwe mitbringen kann, hat sie alles erreicht, was sich die 21jährige erträumt hat. Mit CNN hat sie über ihre Geschichte und ihren Weg nach Rio gesprochen.

Mavis (hinten links) im Kreise des Fußballteams im SOS-Kinderdorf Bindura. Hier fand sie ihre Leidenschaft für den Sport. Foto: Sune Kitshoff
Ich hatte keinen guten Start ins Leben. Kurz nach meiner Geburt legte mich meine verzweifelte Mutter am Straßenrand ab und ging davon. Ein beherzter Mann fand mich und brachte mich ins SOS-Kinderdorf Bindura. Dort bin ich aufgewachsen. Jetzt, 20 Jahre später, darf ich mein Land (Zimbabwe) bei den Olympischen Sommerspielen in Rio vertreten und habe sogar schon ein Tor geschossen. Auch wenn wir mittlerweile ausgeschieden sind, habe ich alles erreicht, was ich mir erträumt habe.
 

Fußball ist für mich mehr als ein reiner Sport. Das habe ich schon früh in meinem Leben bemerkt.

Ich erinnere mich noch genau: Als ich elf war habe mir immer gewünscht, dass die Sonne nicht untergeht, denn Sonnenuntergang bedeutete Trainingsende. Mit 13 Jahren träumte ich von einer Karriere bei Liverpool Ladies FC oder Arsenal LFC. Mit 15 wollte ich in unser Nationalteam in Simbabwe und mit 19 war ich bereits im U20 Team der Nationalmannschaft.

Für mich macht eine SOS-Kinderdorf-Familie keinen Unterschied: Ich habe Brüder und Schwestern und eine Frau, die ich Mutter nennen darf, die sich um uns kümmert als wären wir ihre eigenen Kinder. Wir lachen gemeinsam, wir spielen gemeinsam und versammeln uns jeden Abend zum Essen um den Tisch.
 

Jeder glaubte an mein Talent

Meine Entschlossenheit und meine Hartnäckigkeit am Spielfeld sind eng verbunden mit der Unterstützung, die ich von SOS-Kinderdorf bekomme. Ich durfte träumen und Visionen haben, wurde unterstützt und gefördert, jeder glaubte an mich und mein Talent. Dieser Zuspruch gab mir die Selbstsicherheit, meinen Traum zu verwirklichen.
 

Ich repräsentiere mein Land, aber auch Millionen von Kindern, die verlassen wurden

Ich bin mir der großen Bedeutung, mein Land vertreten zu dürfen bewusst, viel mehr noch bin ich aber auch Stellvertreterin für Millionen von Kindern auf dieser Welt, die verlassen wurden. Ich repräsentiere auch sie in diesem Sommer. Ihnen möchte ich versicheren, dass sie mit Willen, Fleiß und Hartnäckigkeit alles erreichen können. Ich habe erfahren, dass in Brasilien 1,5 Millionen Kinder in Baracken und 21 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben. Während der zwei Wochen der Olympiade schaut alle Welt auf die sportlichen Höchstleistungen und übersieht die traurige Realität dieser Kinder in den Favelas rund um das Stadion.

Armut zwingt die Kinder aus diesen Familien dazu, arbeiten zu müssen, um die Familie zu ernähren. Kein Kind soll so leben müssen! Ohne die Hilfe meiner SOS-Mutter, meiner SOS-Familie im Dorf, hätte ich zweifelsohne das gleiche Schicksal erfahren. Meine Hoffnung ist heute, dass ich aufzeigen kann, wie wichtig ein intaktes Familienleben für ein Kind ist.

In meinem SOS-Kinderdorf ist dieses Wissen vorhanden und sie helfen und unterstützen Familien und Eltern, um Kinder vor diesem Schicksal zu bewahren.
 

Man kann alle Hindernisse überwinden

Ich hoffe, die Welt hat während der letzten Tage gesehen, dass ich mir meinen Lebenstraum erfüllt habe und entgegen aller Wahrscheinlichkeit sogar ein Tor geschossen habe. Möge die Welt sehen, dass ich Millionen von Waisenkindern gezeigt habe, dass man alle Hindernisse überwinden und seine Träume verwirklichen kann.

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