Kassi

Abobo-Gare war 1971 das erste SOS-Kinderdorf überhaupt in Afrika. Kassi, dort aufgewachsen, ist heute ein Mann mit einem soliden Beruf und eigener Familie.

"Ich kam als ganz kleines Kind im Juli 1979 ins Kinderdorf. 17 Jahre habe ich dort gelebt und alles mit auf den Weg bekommen, was ich für ein geglücktes Leben brauche." Kassis leibliche Mutter war sehr arm, der Vater hatte die Familie verlassen. So kam Kassi ins SOS-Kinderdorf und erlebte dort, was viele vor, mit und nach ihm erlebten: Einen Neustart in eine geglückte Kindheit. Kassi war eines von den Kindern, für die die SOS-Kinderdörfer erfunden wurden.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich das Angebot von SOS-Kinderdorf weiter, neue Programme kamen hinzu. Warum? Weil die Kinder unterschiedliche Schicksale haben. Nicht jedes Kind, das in Not geraten ist, braucht eine dauerhafte Betreuung in einer SOS-Kinderdorf-Familie. Manchmal reicht es, wenn SOS-MitarbeiterInnen die Familien unterstützen, in der diese Kinder leben. So wird verhindert, dass Kinder ihre Familie verlieren und ohne SOS-Kinderdorf auf der Straße landen. Oftmals lernen Mütter und auch Väter in Familienstärkungs- Programmen erst, was es heißt, für sich und eine Familie Verantwortung zu übernehmen.

Ein wichtiger Teil der SOS-Arbeit beinhaltet auch die Bildung der Kinder. SOS-Kinderdorf kümmert sich darum, dass Kinder aus bedürftigen Familien überhaupt zur Schule gehen können und so Kindergärten und Schulen ihren Zweck erfüllen.

Die Kernwerte von SOS-Kinderdorf, "Geborgenheit" und "Ermutigung" bleiben dabei die gleichen, die Kassi schon vor 35 Jahren erleben durfte. So können auch heute die Kinder darauf vertrauen, dass sie bei SOS-Kinderdorf einen Ort vorfinden, von dem aus sie die Reise hinaus ins Leben noch einmal wagen können. Damit sie später wie Kassi sagen können: "Was mich heute ausmacht und was ich geschafft habe, verdanke ich SOS."