SOS-Kinderdörfer in Vietnam

Vietnam war eins der ersten außereuropĂ€ischen LĂ€nder, in denen SOS-Kinderdorf im Jahr 1967 seine TĂ€tigkeit fĂŒr die UnterstĂŒtzung von Kindern, jungen Menschen und Familien aufnahm. Obwohl die Organisation ihre AktivitĂ€ten im Jahr 1976 einstellen musste, konnte die Arbeit nach jahrelangen Verhandlungen im Jahr 1987 wieder aufgenommen werden. Angesichts des Mangels an UnterstĂŒtzung und kindgerechter Unterbringung fĂŒr eine Vielzahl von Kindern ohne elterliche FĂŒrsorge wurde die Arbeit der Organisation stark ausgedehnt.

Ein Anstieg der Zahl der Menschen, die in StÀdten leben


Kinder spielen zusammen nach der Schule (Foto: SOS-Archiv))

Die Sozialistische Republik Vietnam liegt in SĂŒdostasien und grenzt im Norden an China, im Osten und SĂŒden an den Golf von Tonkin und das SĂŒdchinesische Meer sowie im Westen an Laos und Kambodscha. Vietnam hat circa 93,4 Millionen Einwohner (2014, SchĂ€tzung) und zĂ€hlt zu den 15 am dichtesten bevölkerten LĂ€ndern der Welt.

Die grĂ¶ĂŸte Stadt Ho Chi Minh City (Saigon) hat 6,4 Millionen Einwohner; in der Hauptstadt Hanoi leben etwa 2,9 Millionen Menschen. Derzeit wohnen etwa 30 Prozent der Vietnamesen in den StĂ€dten des Landes, aber es ziehen immer mehr Menschen auf der Suche nach Arbeit vom Land in die Stadtgebiete.

Ein Land mit wachsender Wirtschaft und zunehmenden Ungleichheiten

Vietnam erholt sich immer noch von den Jahrzehnten des Krieges. Die anhaltenden KÀmpfe haben das Leben der Menschen in vielerlei Hinsicht geprÀgt: viele Vietnamesen haben Angehörige verloren, die Umwelt wurde geschÀdigt, und die landwirtschaftlich geprÀgte Wirtschaft wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen.

In den vergangenen Jahren hat die regierende Kommunistische Partei Vietnams einen gewissen Grad an wirtschaftlicher Liberalisierung zugelassen. Die Wirtschaft des Landes weist eine der höchsten Wachstumsraten der ganzen Region auf. Staatsbetriebe erwirtschaften nach wie vor etwa 40 Prozent des BIP. Die Landwirtschaft stellt auch heute noch die grĂ¶ĂŸte SĂ€ule der Wirtschaft dar und beschĂ€ftigt fast die HĂ€lfte der Bevölkerung. Etwa ein FĂŒnftel der ErwerbstĂ€tigen sind in der Industrie, ein Drittel im Dienstleistungssektor zu finden.

Trotz der Verbesserungen der letzten Jahre gehört Vietnam nach wie vor zu den Ă€rmsten LĂ€ndern der Welt - geschĂ€tzte 11,3 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der staatlich festgelegten Armutsgrenze. Der Wohlstand des Landes ist zunehmend ungleich verteilt; das gilt sowohl fĂŒr das GefĂ€lle zwischen Stadt und Land als auch fĂŒr Unterschiede zwischen verschiedenen ethnischen Bevölkerungsgruppen. Das Risiko, in Armut zu leben, ist auf dem Land bis zu viermal so hoch wie in den Stadtgebieten.

In Vietnam werden viele MĂ€nner, Frauen und Kinder Opfer von MenschenhĂ€ndlern. Die meisten werden mit falschen Versprechungen von ordentlichen ArbeitsplĂ€tzen dazu gebracht, ihre Heimat zu verlassen, nur um anschließend ein Dasein unter sklavenĂ€hnlichen Bedingungen fristen zu mĂŒssen.

Kinder brauchen Schutz

In der Schule (Foto: B. Neeleman)
In dem SOS-Kindergarten (Foto: SOS-Archiv)
In Vietnam leben circa 26 Millionen Kinder. In den vergangenen beiden Jahrzehnten haben sich ihre LebensumstĂ€nde in vielerlei Hinsicht verbessert: die meisten Kinder können mittlerweile eine Schule besuchen und haben Zugang zum Gesundheitssystem. Die Sterblichkeitsraten der SĂ€uglinge und Kinder unter fĂŒnf Jahren sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesenkt worden.
Bedauerlicherweise haben nicht alle Kinder vom besseren Lebensstandard profitieren können. Ein Drittel aller Kinder sind aufgrund von MangelernĂ€hrung kleinwĂŒchsig. Nach Angaben von kindesbezogenen Statistiken leben circa ein Drittel aller Kinder unter 16 Jahren in Armut. Kinder aus ethnischen Minderheiten und aus den lĂ€ndlichen Gebieten oder den gebirgigen Regionen des Nordens sind hĂ€ufiger von Armut betroffen und können seltener eine Schule besuchen.

Auch Kinder, deren Eltern auf der Suche nach Arbeit das Land verlassen, sind vom Verlust der elterlichen FĂŒrsorge bedroht. Sie werden hĂ€ufig bei den Großeltern oder anderen Familienmitgliedern zurĂŒckgelassen. Andere werden einfach ausgesetzt und mĂŒssen auf der Straße um ihr Überleben kĂ€mpfen.

Aufgrund der vorherrschenden Armut sind viele Kinder zum Arbeiten gezwungen. SchĂ€tzungen zufolge sind etwa 16 Prozent der Kinder zwischen fĂŒnf und 14 Jahren davon betroffen. Kinder sind auch leichte Beute von MenschenhĂ€ndlern.

SOS-Kinderdorf in Vietnam

Die wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten in Vietnam haben zu einer VerstĂ€rkung des Engagements von SOS-Kinderdorf im Land gefĂŒhrt. Unsere Organisation bietet KindertagesstĂ€tten fĂŒr Familien mit kleinen Kindern, damit die Eltern arbeiten oder an Bildungsmaßnahmen teilnehmen können. Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen bieten Unterricht in der PrimĂ€r- und Sekundarstufe an. Junge Erwachsene können in speziellen UnterkĂŒnften auf ihrem Weg in die SelbstĂ€ndigkeit von ausgebildeten FachkrĂ€ften begleitet werden.
Die SOS-FamilienstĂ€rkungsprogramme setzen sich gemeinsam mit lokalen Behörden fĂŒr den Schutz von Kindern ein, die vom Verlust der elterlichen FĂŒrsorge bedroht sind. Sie bieten allgemeine Beratungsdienste und Gesundheitsberatung an, und in einigen Regionen wird auch finanzielle Hilfe fĂŒr Nahrung und Schulausgaben gewĂ€hrt. Kinder, die nicht lĂ€nger bei ihren Eltern bleiben können, können in einer der SOS-Familien ein liebevolles neues Zuhause finden.


 

Website von SOS-Kinderdorf Vietnam
(verfĂŒgbar auf Vietnamesisch und Englisch)

Werden Sie jetzt SOS-Pate!


Teaser-klein-2


Mit 1 Euro am Tag schenken Sie einem Kind in Not ein liebevolles Zuhause. DarĂŒber hinaus ermöglichen Sie Ihrem Patenkind eine Schulausbildung und damit die Chance seinen Berufswunsch zu erfĂŒllen. Werden Sie jetzt SOS-Pate!

/* pageName= Vietnam pagePrefix= breadCrumb=So hilft SOS / Wo wir helfen / Asien / Vietnam mainDomain=sos-kinderdorf.at langIdentifier=AT,de */