SOS-Kinderdörfer in Usbekistan

SOS- Kinderdorf nahm seine T√§tigkeit in Usbekistan im Jahr 1996 auf. Damals durchlief das Land aufgrund der j√ľngsten politischen Umw√§lzungen viele wirtschaftliche und soziale Ver√§nderungen. Das erste SOS-Kinderdorf wurde in der Hauptstadt Taschkent errichtet. Die Arbeit von SOS-Kinderdorf wurde seither fortgef√ľhrt, um auf die Bed√ľrfnisse von Kindern, Jugendlichen und Familien in den Gemeinden einzugehen zu k√∂nnen. Derzeit werden an drei verschiedenen Standorten in Usbekistan SOS-Programme und Einrichtungen unterhalten.


Eine SOS-Familie (Foto: M. Mägi)

Zirka 39 Prozent der Bev√∂lkerung in Usbekistan sind Kinder unter 18 Jahren. Die j√ľngsten sozialen und wirtschaftlichen Ver√§nderungen haben auch Folgen f√ľr das Leben junger Menschen. Eine Bildungsreform wurde zwar geplant, aber die Umsetzung geht nur langsam vonstatten. Die Arbeitslosenquote ist bei jungen Menschen, die gerade ihre Ausbildung abgeschlossen haben, besonders hoch.

Kinder brechen h√§ufig die Schule ab, um auf M√§rkten oder in der Landwirtschaft zu arbeiten. Berichten zufolge werden viele Kinder zur Arbeit in der Baumwollindustrie gezwungen, vor allem w√§hrend der Erntezeit im Herbst. Deshalb haben viele westliche Bekleidungsunternehmen beschlossen, Baumwolle aus Usbekistan zu boykottieren. Kinder, die auf der Stra√üe leben und arbeiten, stellen ebenfalls ein wachsendes Problem dar. Viele Kinder aus l√§ndlichen Regionen m√ľssen in die St√§dte ziehen, um f√ľr ihr √úberleben zu k√§mpfen oder etwas Geld f√ľr ihre Familien aufzutreiben.

Die meisten Kinder, die in Fremdbetreuung untergebracht werden, landen in Heimen. Es gibt eine weit verbreitete Kultur der "institutionellen Unterbringung" von Kindern mit Behinderungen. Die usbekische Regierung ist darum bem√ľht, die Bedingungen in solchen Einrichtungen zu verbessern. Kinder, die aus diesen Heimen kommen, sind nicht auf ein Leben in Selbst√§ndigkeit vorbereitet. Die M√§dchen sind in einer besonders schwierigen Lage, da sie h√§ufig fr√ľh verheiratet werden und nicht weiter zur Schule gehen k√∂nnen, weniger Geld verdienen und im Bereich der Sozialleistungen, wie z.B. der Verteilung von Sozialwohnungen, benachteiligt werden.

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