SOS-Kinderdorf Kfarhay

SOS-Kinderdorf wurde 1995 in Kfarhay, nahe Tripoli t├Ątig. Das Leben ist f├╝r die Familien im Norden Libanons extrem schwierig. Zus├Ątzlich zu den steigenden Lebenshaltungskosten gab es in den vergangenen Jahren auch Gewaltperioden.

Eine der am st├Ąrksten benachteiligten Regionen im Libanon

 
Spiel und Spa├č im Kindergarten (Foto: SOS-Archiv) 

Einst herrschte im Libanon ein guter Lebensstandard. Die schwierige und instabile politische Situation hat unter anderem zu einem R├╝ckgang des Tourismus und der Stagnation der wirtschaftlichen Entwicklung gef├╝hrt. Viele Menschen leben unter zunehmend prek├Ąren Bedingungen, und zahlreiche Bewohner, die derzeit noch oberhalb der staatlichen Armutsgrenze leben, sind von Verarmung bedroht.   

Das Gouvernement Nord-Libanon (in dem Kfarhay angesiedelt ist) z├Ąhlt zu den ├Ąrmsten und am st├Ąrksten benachteiligten Regionen des Landes. Mehr als 420.000 Menschen leben in Armut und es herrscht gro├čer Mangel an guter Bildung und medizinischer Versorgung. In einigen Stadtteilen von Tripolis leben knapp 70 Prozent der Bewohner in Armut.
 

Gewaltausbr├╝che in den benachbarten L├Ąndern pr├Ągen das Leben im Nord-Libanon

Als der Konflikt in Syrien eskalierte, flohen immer mehr Menschen ├╝ber die Grenze in den Nord-Libanon. In dieser Region gibt es eine der h├Âchsten Fl├╝chtlingsraten. Jeder Dritte ist aufgrund des Konfliktes geflohen.

Die vor kurzem eingetroffenen Fl├╝chtlinge kamen aus Syrien, da lebten allerdings bereits vertriebene Menschen aus Pal├Ąstina und dem Irak im Nord-Libanon. Sie leben in ├╝berf├╝llten Fl├╝chtlingscamps in denen das Leben unvorstellbar schwer ist. Immer mehr Fl├╝chtlinge leben mittlerweile auch au├čerhalb der Camps in unsicheren Behausungen.

Durch den Zustrom der Menschen stieg auch der Wettbewerb am Arbeitsmarkt. Der R├╝ckgang der L├Âhne und der Anstieg der Arbeitslosigkeit und Armut haben die Fl├╝chtlinge und die libanesischen Gemeinden gleicherma├čen betroffen.

Das Leben der Kinder, die heute im Libanon aufwachsen, ist von Unsicherheit und drohender Gewalt gepr├Ągt. Im Norden der Region sind die Kinder besonders gef├Ąhrdet. Finden Familien keine Arbeit, dann k├Ânnen die Kinder nicht mehr zur Schule gehen und werden zum Arbeiten geschickt. Junge M├Ądchen werden h├Ąufig fr├╝h verheiratet und verzweifelte Frauen sehen sich zur Prostitution gezwungen, um zu ├╝berleben.
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Unsere Arbeit in Kfarhay


Kinder beim Blumenpfl├╝cken (Foto: SOS-Archiv)

Familiennahe Betreuung: Kinder, die nicht l├Ąnger bei ihren Eltern leben k├Ânnen, finden in einer der 11 SOS-Kinderdorf-Familien, die bis zu 99 Kinder betreuen k├Ânnen, ein liebevolles Zuhause. In allen Familien wachsen Geschwister gemeinsam auf und werden von ihrer SOS-Kinderdorf-Mutter f├╝rsorglich betreut.
Viele Kinder in unserer Obhut sind zutiefst traumatisiert. Wir sorgen daf├╝r, dass sie psychologische Betreuung und andere Therapien, sowie Nachhilfeunterricht erhalten, wenn sie Schwierigkeiten in der Schule haben.

Bildung: Die Kinder besuchen den Kindergarten und die Schulen zusammen mit den Kindern aus der Nachbarschaft, sie finden Freunde und sind dadurch bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert.

Unterst├╝tzung f├╝r junge Erwachsene: Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, k├Ânnen in spezielle Unterk├╝nfte wechseln. M├Ądchen und Jungen leben in verschiedenen H├Ąusern und setzen ihre Schul- bzw. Berufsausbildung fort. SOS-Kinderdorf unterst├╝tzt sie auf psychologischer und p├Ądagogischer Ebene und hilft ihnen bei der Arbeitssuche, damit sie ein selbst├Ąndiges Leben f├╝hren k├Ânnen.   

 

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