SOS-Kinderdörfer in Georgien

SOS-Kinderdorf nahm seine TĂ€tigkeit in Georgien im Jahr 1990 auf. Der Zusammenbruch der frĂŒheren Sowjetunion und die nachfolgenden politischen, sozialen und wirtschaftlichen VerĂ€nderungen einschließlich der Konflikte mit Abchasien und SĂŒdossetien fĂŒhrten dazu, dass viele Kinder in Georgien dringend auf Hilfe angewiesen waren. Die TĂ€tigkeit von SOS-Kinderdorf wurde im Laufe der Zeit auf die Arbeit mit jungen Menschen und Familien in den örtlichen Gemeinden ausgedehnt.


Spielende Kinder (Foto: K. Ilievska)

Die Republik Georgien liegt in SĂŒdwestasien und grenzt im Westen an das Schwarze Meer, im Norden an Russland, im SĂŒdosten an Aserbaidschan und im SĂŒden an Armenien und die TĂŒrkei. Georgien umfasst die zwei autonomen Republiken Abchasien und Adscharien sowie die autonome Region SĂŒdossetien.

Die Bevölkerung betrĂ€gt 4,3 Millionen und ist aus verschiedenen ethnischen Gruppen zusammengesetzt.  84 Prozent der Bevölkerung sind Georgier, sieben Prozent Aserbaidschaner, sechs Prozent Armenier und zwei Prozent Russen. UngefĂ€hr die HĂ€lfte der Bevölkerung lebt in Stadtgebieten, die Hauptstadt Tiflis hat 1,2 Millionen Einwohner. 


Ihre Lieblingspuppe (Foto: K. Ilievska)

Kinder, die ungefĂ€hr ein Viertel der Bevölkerung ausmachen, leiden unter einer höheren Armutsquote als der Rest der Bevölkerung; 28 Prozent der Kinder unter 18 Jahren leben unterhalb der Armutsgrenze. Kinder in lĂ€ndlichen Regionen sind besonders benachteiligt - ihnen fehlt es an Zugang zum Bildungssystem, sozialer UnterstĂŒtzung und GesundheitsfĂŒrsorge.

Georgien hat eine hohe Kindersterblichkeitsrate bei Kindern unter fĂŒnf Jahren und einen Anstieg bei der Zahl von ansteckenden und parasitĂ€ren Erkrankungen zu verzeichnen.

Der Übergang zur Demokratie hat komplexe soziale Probleme ausgelöst; davon sind auch die Kinder betroffen. Armut, Krankheit der Eltern, hĂ€usliche Gewalt und Drogenmissbrauch haben dazu gefĂŒhrt, dass viele Kinder in großen Betreuungsheimen untergebracht wurden. Kinder, die aus diesen Institutionen kommen, haben nachweislich keine Fertigkeiten erworben, um selbstĂ€ndig leben zu können. Ihre Arbeitslosenquote ist mit 68 Prozent sehr hoch. Einige enden auf der Straße, wo sie in Prostitution und kriminellen AktivitĂ€ten verstrickt sind.

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