SOS-Kinderdorf Khulna

SOS-Kinderdorf ist seit 1973 in Bangladesch t├Ątig und begann mit der Unterst├╝tzung f├╝r notleidende Kinder in Khulna im Jahr 1982. Die Armut ist in dieser schnell wachsenden Stadt im S├╝dosten von Bangladesch besonders weit verbreitet.

Bev├Âlkerungswachstum stellt die Stadt vor zahlreiche Probleme


Kinder im SOS-Kinderdorf beim Malen (Foto: SOS-Archiv )

Khulna liegt im Ganges-Delta im S├╝dosten von Bangladesch und ist mit ├╝ber 1,4 Millionen Einwohnern die drittgr├Â├čte Stadt des Landes.

Aufgrund ihrer Lage und des Hafens ist sie ein wichtiges Industrie- und Handelszentrum. Auch die Landwirtschaft und der Garnelenfang f├╝r den Export stellen wichtige Quellen f├╝r Einkommen und Besch├Ąftigung dar.

In anderen Landesteilen konnten die Armutsraten gesenkt werden, jedoch nicht in Khulna. Die Stadt k├Ąmpft mit infrastrukturellen Problemen und dem Mangel an Besch├Ąftigung, Bildung und Gesundheitsversorgung f├╝r die stetig wachsende Bev├Âlkerung. Viele Menschen in der Region leiden an den Folgen des Klimawandels und werden Opfer von Naturkatastrophen. Der Zyklon Aila richtete im Jahr 2009 verheerende Verw├╝stungen in der Umgebung von Khulna an - Tausende von Menschen sind seither auf der Suche nach Arbeit und besseren Lebensbedingungen vom Umland in die Stadt gezogen. Die meisten Zuwanderer landen in den Slums am Rande der Stadt. Sie haben keinen Zugang zur Stromversorgung, zu sauberem Trinkwasser oder sanit├Ąren Einrichtungen, geschweige denn zu einer Gesundheitsversorgung oder Bildungsangeboten f├╝r ihre Kinder. Die meisten arbeiten unter prek├Ąren Bedingungen auf dem informellen Sektor, fahren Rikschas, trennen M├╝ll oder betteln, um zu ├╝berleben.

Aufgrund der wirtschaftlichen und sozialen Notlage ihrer Familien sind viele Kinder zum Arbeiten gezwungen, um zum Haushaltseinkommen beizutragen. Bildung ist reiner Luxus; viele k├Ânnen sich keinen Schulbesuch leisten. Zahlreiche Kinder haben aufgrund der wirtschaftlichen und sozialen Not den Schutz der Familie verloren, und noch viele mehr sind vom Verlust der elterlichen F├╝rsorge bedroht.

Kinder brauchen ein liebevolles Zuhause, Familien sind auf Unterst├╝tzung angewiesen

Nach dem Ende des Befreiungskrieges im Jahr 1971 blieben viele Kinder ohne elterliche F├╝rsorge zur├╝ck. Das Angebot von SOS-Kinderdorf zur Unterst├╝tzung notleidender Familien und die Idee eines liebevollen Zuhauses f├╝r Kinder ohne elterliche F├╝rsorge wurden vom zust├Ąndigen Ministerium sehr begr├╝├čt. Khulna war der dritte Standort unserer Organisation in Bangladesch. Aufgrund der hohen Analphabetenrate der Stadt - einigen Sch├Ątzungen zufolge liegt sie bei ├╝ber 41 Prozent - z├Ąhlt die Bildung der Kinder in der Region zu unseren wichtigsten Aufgaben.

Unsere Arbeit in Khulna


Ein junger Mann kann seine Ausbildung fortsetzen, dank Unterst├╝tzung unseres Jugendprogramms (Foto: SOS-Archiv)

Das SOS-Kinderdorf Khulna liegt 2 km vom Stadtzentrum entfernt im Bezirk Gollamari an der Hauptstra├če zum Hafen. Wir arbeiten eng mit der lokalen Bev├Âlkerung zusammen und leisten bedarfsgerechte Hilfe. Um notleidenden Familien zu helfen, bieten wir in Zusammenarbeit mit den lokalen Beh├Ârden Familienst├Ąrkungsprogramme, damit Kinder Zugang zum Bildungssystem erhalten, medizinisch versorgt und ausreichend ern├Ąhrt werden. Dar├╝ber hinaus leiten wir eine Kindertagesst├Ątte f├╝r die Kinder erwerbst├Ątiger M├╝tter und ein Berufsbildungszentrum. Hier werden Kurse ├╝ber Kinderbetreuung, Hygiene, Ern├Ąhrung und Hausarbeiten wie N├Ąhen, Stricken und andere Fertigkeiten angeboten. Im SOS-medizinischen Zentrum werden Familien und Kinder aus der Gemeinde behandelt und im Bereich der Krankheitspr├Ąvention geschult. Des weiteren werden Impfkampagnen durchgef├╝hrt und Beratungen zur Familienplanung angeboten.

Bis zu 160 Kinder ohne elterliche F├╝rsorge finden in 16 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule bietet Vorschulerziehung sowie Unterricht in der Prim├Ąr- und Sekundarstufe f├╝r bis zu 495 Sch├╝lerInnen aus dem SOS-Kinderdorf und der umliegenden Gemeinde. Diese Schule wurde dringend ben├Âtigt, da in Bangladesch ein gro├čer Mangel an Bildungsst├Ątten herrscht. Der Kindergarten wird besonders von berufst├Ątigen M├╝ttern gesch├Ątzt, die arbeiten und so zum Einkommen der Familien beitragen k├Ânnen und dabei wissen, dass ihre Kinder professionell betreut werden.

Junge Erwachsene, die ein Studium oder eine Berufsausbildung beginnen m├Âchten, k├Ânnen am SOS-Jugendprogramm teilnehmen. Mit der Unterst├╝tzung qualifizierter Fachkr├Ąfte lernen sie Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen. Im SOS-Berufsbildungszentrum in Bagerhat etwa 30 km von Khulna entfernt k├Ânnen junge M├Ąnner an Kursen ├╝ber die Produktion und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte teilnehmen.
 






 

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