SOS-Kinderdorf Chiclayo

Wenn sich Eltern entschließen, in einen anderen Landesteil zu ziehen, geschieht das häufig im besten Interesse ihrer Kinder. Ohne ein soziales Netz und ohne formelle Beschäftigung verschlechtert sich jedoch in vielen Fällen die Situation der Kinder durch die Migration.

Binnenmigration auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben

Kleinkinder in sicherer Obhut (Foto: SOS-Archiv)
Ein √§lterer Junge lehrt, seine Br√ľder und Schwester zu tanzen (Foto: SOS-Archiv).

Chiclayo ist die Hauptstadt der Region Lambayeque und liegt im Norden Perus nahe der Pazifikk√ľste. Das W√ľstenklima ist warm und trocken, aber die Einwohner konnten das Land seit der Moche-Zivilisation (100 bis 800 n. Chr.) erfolgreich bew√§ssern und bewirtschaften. Chiclayo ist heute die viertgr√∂√üte Stadt Perus.

Chiclayo war schon immer ein wichtiges landwirtschaftliches und industrielles Zentrum im Norden Perus. Zahlreiche Migranten, vor allem aus den armen Hochlandregionen, sind auf der Suche nach Arbeit in die Stadt gezogen. Der Anteil der Zuwanderer bel√§uft sich 46,5 Prozent. Das massive Bev√∂lkerungswachstum bringt jedoch infrastrukturelle Probleme mit sich; es fehlt an menschenw√ľrdigen Behausungen und sanit√§ren Einrichtungen. Die Kinder zahlreicher Migranten wachsen in einem Umfeld auf, in dem ihre gesunde Entwicklung ernsthaft gef√§hrdet ist.

Wenn Familien ihre Heimat verlassen, verlieren sie ihre sozialen Netze, und besonders alleinerziehende Eltern haben niemand mehr, der ihre Kinder betreut, w√§hrend sie zur Arbeit gehen. Dadurch sind viele schutzbed√ľrftige Kinder bereits in jungen Jahren auf sich alleine gestellt.

Kinder brauchen Schutz und Unterst√ľtzung, um den Armutszyklus zu durchbrechen

Ein weiteres Problem ist der Mangel an formeller Besch√§ftigung. Die illegale Arbeit auf dem informellen Sektor, beispielsweise als Stra√üenverk√§ufer, ist f√ľr Migranten oft der einzige Ausweg. Auf der Stra√üe sind sie gesundheitlichen Risiken ausgesetzt und von Gewalt und Ausbeutung bedroht. Da sie illegal t√§tig sind, kann auch die Polizei keinen Schutz bieten. Kinder leiden am meisten unter diesen prek√§ren Bedingungen. Viele arbeiten wie ihre Eltern auf der Stra√üe, verkaufen Kleinwaren oder putzen Schuhe, um zum Familieneinkommen beizutragen.

Wenn sich Eltern keine Arbeitserlaubnis beschaffen k√∂nnen oder nicht gen√ľgend Fachkenntnisse f√ľr eine formelle Besch√§ftigung besitzen, bleiben ihre Kinder im Armutszyklus gefangen. Auch sie haben keine Chance auf Bildung, wenn sie Kinderarbeit verrichten und zum Familieneinkommen beitragen m√ľssen. Sie erhalten keine medizinische Versorgung und wachsen ohne das liebevolle famili√§re Umfeld auf, das jedem Kind zusteht.

Unsere Arbeit in Chiclayo

Sicher und wohl beh√ľtet, w√§hrend ihre Eltern arbeiten (Foto: SOS-Archiv)
Eine SOS-Familie aus Chiclayo (Foto: SOS-Archiv)

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Chiclayo im Jahr 1983.

Familien st√§rken: Die Sozialzentren leiten ein Familienst√§rkungsprogramm f√ľr die notleidende Bev√∂lkerung. Die Angebote umfassen Kindertagesst√§tten, in denen erwerbst√§tige Eltern und alleinerziehende M√ľtter ihre Kinder in sicherer Obhut lassen k√∂nnen, w√§hrend sie zur Arbeit gehen. Die Aktivit√§ten der Sozialzentren werden von der Gemeinde selbst organisiert, w√§hrend SOS-Kinderdorf beratend und unterst√ľtzend zur Seite steht.

Betreuung in Familien: Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen k√∂nnen, finden in 13 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Eltern f√ľrsorglich betreut. Wir haben auch H√§user, die in der Gemeinschaft integriert sind.

Unterst√ľtzung f√ľr junge Menschen: Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren m√∂chten, k√∂nnen in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Mit der Unterst√ľtzung qualifizierter Fachkr√§fte k√∂nnen sie ihre Zukunft planen, lernen Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.

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