SOS-Kinderdorf in Kanada

Die Arbeit von SOS-Kinderdorf begann in Kanada in den 60er Jahren mit der Gr√ľndung der "Friends of SOS Children's Villages Canada" durch eine Gruppe ehrenamtlicher Helfer. Obwohl es in Kanada nur ein SOS-Kinderdorf gibt, ist seine Bedeutung nach wie vor unumstritten. Kanada ist sicherlich eine reiche Industrienation. Dennoch werden zahlreiche Kinder von ihren Eltern vernachl√§ssigt, und Zehntausende Kinder wachsen ohne ihre Eltern auf.


SOS-Familienhäuser in Kanada (Foto: SOS-Archive)

In Kanada leben ca. 45 000 Waisenkinder. Den Waisenkindern fehlt es am wichtigsten Schutz √ľberhaupt, der elterlichen F√ľrsorge. Vernachl√§ssigung durch die Eltern, Missbrauch oder das v√∂llige Fehlen der elterlichen F√ľrsorge haben schwere Auswirkungen auf das sp√§tere Leben der Kinder als Erwachsene. Tausende von Kindern laufen jedes Jahr in Kanada von zuhause weg. Sexuelle, k√∂rperliche und psychologische Misshandlungen z√§hlen zu den Hauptgr√ľnden f√ľr die Jugendobdachlosigkeit.

Ohne elterliche Unterst√ľtzung landen viele Kinder in einem Teufelskreis aus Drogenmissbrauch, Gewalt und der Mitgliedschaften in Stra√üenbanden. In Vancouver konsumieren ca. 75 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die auf der Stra√üe leben, Methamphetamin (Kristallmeth), eine gef√§hrliche, psychostimulierende Droge. HIV und Hepatitis C-Infektionen sind unter den Stra√üenkindern Kanadas genauso auf dem Vormarsch wie die Anzahl der injizierenden Drogenabh√§ngigen. Es gibt jedoch keine offiziellen Angaben √ľber die genaue Zahl der obdachlosen Jugendlichen in Kanada.

Die Kinder sind am meisten vom steigenden Armutsniveau betroffen. Nach Angaben der OECD leben ca. 15 Prozent der kanadischen Kinder in Armut. In den letzten Jahren hatte Kanada von fast allen OECD-Mitgliedstaaten sogar eine der größten Wachstumsraten bei der Kinderarmut zu verzeichnen. Kinder, die in Armut - vor allem in anhaltender Armut - leben, leiden häufiger unter gesundheitlichen Problemen, Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensstörungen. Ihre schulischen Leistungen sind meist schlechter, und sie laufen ein größeres Risiko, auch als Erwachsene in Armut zu leben. Die kanadische Regierung plant derzeit ein nationales, langfristiges Strategieprogramm zur Bekämpfung der Armut, um damit auch das Problem der Kinderarmut anzugehen.

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