SOS-Kinderdorf Bindura

FĂŒr Menschen, die sich als Kleinbauern mĂŒhsam ihren Lebensunterhalt verdienen, sind DĂŒngemittel, Samen, Maschinen und Nutzfahrzeuge meist unerschwinglich. Viele Kinder können nicht zur Schule gehen, weil sie ihren Eltern auf den Feldern helfen mĂŒssen.

Die Landverteilung ist in Simbabwe höchst umstritten


Eine SOS-Familie aus Bindura (Foto: S. Kitshoff)
Bindura ist die Hauptstadt der Provinz Mashonaland Central und hat ca. 40 000 Einwohner. Die Stadt lebt grĂ¶ĂŸtenteils vom Bergbau: es gibt große Kupfer-, Nickel- und Kobaltreserven, und auch die verarbeitende Industrie ist hier angesiedelt. Die Mehrheit der Provinzbevölkerung lebt in den lĂ€ndlichen Gebieten.
Die Mehrheit der Bevölkerung in der Region sind Bauern, die in lĂ€ndlichen Gebieten leben. Die Bauernhöfe sind meistens klein und produzieren nur Lebensmittel, die fĂŒr die eigene Familie reichen.
Genau wie in anderen Gebieten in Simbabwe sind Familien hier von den jĂŒngsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten zutiefst beeintrĂ€chtigt.  Viele MĂ€nner sind in die StĂ€dte oder in NachbarlĂ€ndern abgewandert um Arbeit zu finden. In diesen FĂ€llen ĂŒbernehmen Frauen die alleinige Verantwortung fĂŒr die Landwirtschaft und die ErnĂ€hrung ihrer Familien. Verschiedene Initiativen haben mit Frauen gearbeitet, um sie zu unterstĂŒtzen und die ProduktivitĂ€t der Bauernhöfe zu erhöhen, sodass sie einen Teil ihrer Ernten verkaufen können.

Ohne Bildung setzt sich der Armutszyklus weiter fort

Die wenigen Gesundheitszentren in der Gemeinde Bindura haben hĂ€ufig weder fließendes Wasser noch Strom. Das Provinzkrankenhaus ist chronisch unterbesetzt. Die Tatsache, dass viele Menschen keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben, ist vor allem angesichts der grassierenden HIV/AIDS-Pandemie besorgniserregend. Die Kliniken sind die einzigen Orte, an denen Betroffene mit Medikamenten versorgt und Ă€rztlich behandelt werden können.
Obwohl im Zuge der Umsiedlungsprogramme neue Schulen eröffnet worden sind, reicht ihre Zahl nicht aus. HĂ€ufig fehlt es an Mobiliar, BĂŒchern, Klassenzimmern, LehrerInnen, Strom und fließendem Wasser. FĂŒr arme Familien ist der Schulweg selbst zur nĂ€chstgelegenen Schule meist unerschwinglich. Andere brauchen ihre Kinder zuhause auf den Feldern; Kleinbauern mĂŒssen extrem hart fĂŒr ihr Auskommen arbeiten. Wenn Kinder keine Bildung erhalten, haben sie nur wenige Chancen, als Erwachsene den Armutszyklus zu durchbrechen.

Unsere Arbeit in Bindura


Zwei Kinder machen ihre HausĂŒbungen nach der Schule (Foto: S. Kitshoff)
SOS-Kinderdorf begann seine TĂ€tigkeit in Bindura im Jahr 1983.

FamilienstĂ€rkungsprogramm: In jĂŒngster Zeit haben wir unser FamilienstĂ€rkungsprogramm stetig ausgebaut, um möglichst viele notleidende Familien in der Region zu erreichen. Das Programm zielt darauf ab, die Not der Bevölkerung zu lindern und Familien zu festigen, damit Kinder sicher und behĂŒtet in einem liebevollen Umfeld aufwachsen können. Wir unterstĂŒtzen Familien bei der Einkommensförderung und dem Ausbau der elterlichen Kompetenzen und bieten im Bedarfsfall Beratungen und psychologischen Beistand. Wir helfen besonders Kindern und Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind. Gemeinsam mit lokalen Organisationen setzen wir uns fĂŒr die StĂ€rkung gemeindebasierter UnterstĂŒtzungssysteme fĂŒr notleidende Familien ein.

Betreuung in SOS-Familien: Bis zu 180 Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Eltern fĂŒrsorglich betreut.

Bildung: Die Kinder besuchen den SOS-Kindergartender zur Grundschule gehört, zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde. Dadurch sind sie bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. Daneben gibt es zwei SOS-Grundschulen, in denen ĂŒber 2000 SchĂŒlerInnen unterrichtet werden. Die SOS-Sekundarschule bietet praktische LehrgĂ€nge, Unterricht in Naturwissenschaften und verschiedene Workshops fĂŒr ca. 850 SchĂŒlerInnen.

UnterstĂŒtzung fĂŒr junge Menschen: Angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit in der Stadt bieten wir jungen Menschen UnterstĂŒtzung, bis sie in der Lage sind, ein selbstĂ€ndiges Leben zu fĂŒhren. Wir unterstĂŒtzen sie beim Zugang zu Weiterbildung und Berufsausbildung, damit sie die erforderlichen FĂ€higkeiten haben, um Arbeit zu finden. Wir helfen ihnen auch Kontakte zu knĂŒpfen, um Arbeit zu finden oder ihr eigene GeschĂ€ft aufzubauen.

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