SOS-Kinderdörfer in Ghana

Im Herbst 2007, 37 Jahre nach der Gr√ľndung von SOS-Kinderdorf Ghana, f√ľhrten schwere Regenf√§lle zu schrecklichen √úberflutungen im Norden des Landes. Wieder einmal war SOS-Kinderdorf vor Ort, um zu helfen. Ein Nothilfeprogramm wurde ins Leben gerufen, um hilfsbed√ľrftige Kinder und ihre Familien zu versorgen.


Tischlerei-Ausbildung (Foto: W. Kehl)

Die Republik Ghana liegt in Westafrika, grenzt im Westen an die Elfenbeink√ľste, im Norden an Burkina Faso, im Osten an Togo und im S√ľden an den Golf von Guinea. Die Gesamtbev√∂lkerung des Landes bel√§uft sich auf ca. 25 Millionen Einwohner, das st√§dtische Zentrum ist die Landeshauptstadt Accra. Die offizielle Landesspache in Ghana ist Englisch, obwohl auch viele andere einheimische Sprachen weit verbreitet sind. Ghana war das erste schwarzafrikanische Land, das von seinen kolonialen Besatzern unabh√§ngig wurde. Als der ghanaische Staatsmann und panafrikanische Held Kwame Nkrumah 1966 durch einen Staatsstreich gest√ľrzt wurde, begann eine lange Zeit der milit√§rischen Herrschaft. Im Jahr 1992 wurde eine neue Verfassung in Kraft gesetzt und ein Mehrparteiensystem eingef√ľhrt, womit das Zeitalter der Demokratie begann.

Im Vergleich zu vielen anderen L√§ndern in der Region blieb Ghana weitgehend von ethnischen Konflikten und B√ľrgerkriegen verschont, die in vielen anderen westafrikanischen Nationen w√ľteten. Mit einem relativ hohem Wirtschaftswachstum und seiner politischen Stabilit√§t konnte das Land ausl√§ndische Investoren anlocken. Ghana ist eine der f√ľhrenden kakaoerzeugenden Nationen der Welt. Dieser Rohstoff wird in viele europ√§ische L√§nder und nach Nordamerika exportiert.

Im Jahr 2007 wurde ein gro√ües √Ėlfeld entdeckt und es wird erwartet, dass diese √Ėlvorkommen f√ľr die Zukunft der Wirtschaft des Landes eine bedeutende Rolle spielen werden. Dennoch k√∂nnte Ghana nach Einsch√§tzung vieler Experten vom sogenannten "Fluch der Ressourcen " getroffen werden, unter dem bereits viele andere L√§nder leiden, in denen wertvolle Bodensch√§tze entdeckt worden sind. Das √Ėl hat diesen L√§ndern nur Konflikte, Korruption und internationalen Druck gebracht, anstatt das Wohlstandsniveau der Menschen im Land zu verbessern.

Trotz vieler ungelöster Probleme steht Ghana kurz vor der Erreichung der UN-Millenniums-Entwicklungsziele

Auf dem Human Development Index der Vereinten Nationen ist Ghana unter den f√ľhrenden 20 afrikanischen L√§ndern verzeichnet. Ghana war in Bezug auf die Reduzierung der extremen Armut und das Wirtschaftswachstum das erfolgreichste Land in der Region. Das Land hat beachtliche Schritte zur der Verringerung der Armut gem√§√ü der UN-Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) unternommen.

Nichtsdestotrotz leben nach wie vor knapp 28 Prozent aller Menschen in Ghana in Armut. Obwohl sich die Situation in den letzten Jahren etwas verbessert hat, ist die HIV-Prävalenzrate mit 1,8 Prozent immer noch ca. 20 mal so hoch wie in Deutschland und 260 000 Ghanaer sind mit dem Virus infiziert.

Viele von ihnen sind nicht mit antiretroviralen Medikamenten versorgt, weil sie es sich nicht leisten k√∂nnen oder f√ľrchten, von anderen Mitgliedern der Gesellschaft diskriminiert und stigmatisiert zu werden. Die armen Stadteile von Accra zeichnen sich durch ein extrem hohes Ausma√ü an Gewalt aus. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt betr√§gt in Ghana ca. 65 Jahre. In den l√§ndlichen Gebieten, in denen extreme Armut weit verbreitet ist, haben ca. 20 Prozent der Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Auch ordentliche sanit√§re Einrichtungen sind selten zu finden.

Das Leben der Kinder wird von HIV, Armut und fehlende Schulbildung beeinträchtigt


Im SOS-Kindergarten (Foto: C. F. Ngo Biyack)

Ghana ist demographisch gesehen ein sehr junges Land. Fast 40 Prozent der Bev√∂lkerung ist j√ľnger als 14 Jahre. Dennoch leiden viele junge Menschen in Ghana an gro√üer Not. 27 000 ghanaische Kinder dieser j√ľngsten Bev√∂lkerungsgruppe sind mit HIV infiziert. Ca. 160 000 Kinder sind zu Aidswaisen geworden und m√ľssen nun ohne ihre leiblichen Eltern aufwachsen.

Derzeit gibt es in Ghana sch√§tzungsweise 1,1 Millionen Kinder, die ein oder beide Elternteile verloren haben. In Accra schlafen Tausende von Kindern und Jugendlichen auf Pappkartons in Einfahrten, auf Parkpl√§tzen oder an Busbahnh√∂fen. Sie betteln um Almosen, verkaufen Kleinwaren oder begehen kleine Diebst√§hle, um zu √ľberleben. Ca. ein Drittel dieser Kinder ist nur 10 bis 14 Jahre alt.

Die große Mehrheit dieser Straßenkinder besucht keine Schule. Daher ist es nicht verwunderlich, dass 7 von 10 Straßenkindern in Ghana Analphabeten sind. Einige dieser Kinder sind von Zuhause fortgelaufen, um häuslicher Gewalt und Missbrauch in der Familie zu entgehen. Ohne den Schutz einer Familie laufen sie ein hohes Risiko, im Teufelskreis von Armut, Drogen und Obdachlosigkeit zu enden. Obwohl Ghana ein höheres Wirtschaftswachstum als viele andere Länder der Region zu verzeichnen hat, konnten tausende Kinder und Jugendliche bislang nicht vom Fortschritt des Landes profitieren.

Die Einschulungsquote liegt bei ca. 80 Prozent; das bedeutet, dass ca. 20 Prozent aller Kinder in Ghana keine Grundausbildung erhalten. 34 Prozent der ghanaischen Kinder m√ľssen Kinderarbeit verrichten. Viele von ihnen tun dies in der Zeit, die sie in der Schule verbringen sollten. Ghana hat mit ca. 49 pro 1000 Lebendgeburten auch eine relativ hohe S√§uglingssterblichkeitsrate zu verzeichnen. Fast die H√§lfte aller Entbindungen findet in Ghana ohne Betreuung durch medizinisches Personal statt.

SOS-Kinderdorf in Ghana

Einer ghanaischen Sozialarbeiterin ging das traurige Schicksal der Kinder zu Herzen, die aus traditionellen Glaubensgr√ľnden von ihren Familien versto√üen wurden. Sie beschloss, etwas dagegen zu unternehmen. W√§hrend eines Aufenthaltes in Norwegen 1967/68 erfuhr sie von der Arbeit von SOS-Kinderdorf. Sie nahm Kontakt zu Hermann Gmeiner, dem Gr√ľnder von SOS-Kinderdorf in √Ėsterreich, auf. Das SOS-Kinderdorf in Tema wurde im Jahr 1974 er√∂ffnet.

In Ghana unterst√ľtzt die Organisation Kinder und Jugendliche der lokalen Gemeinden durch Kindertagesst√§tten, Schulen, medizinische Zentren und Berufsbildungszentren an vier verschiedenen Standorten. Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder nicht l√§nger bei ihren Familien bleiben k√∂nnen, finden liebevolle Aufnahme in einer familiennahen Umgebung, der SOS-Kinderdorf-Familie.

Website von SOS-Kinderdorf Ghana
(verf√ľgbar auf Englisch)

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