Unsichtbares.sichtbar.machen

TAGUNG - Kultur und Beziehung (2013)

Unsichtbares sichtbar machen - Identitätsfindung und Fremd-(Bestimmt)-Sein von Jugendlichen mit Migrationsgeschichte

Diese Veranstaltung am 12. April 2013 im Haus der Begegnung Innsbruck war eine Kooperation des Sozialpädagogischen Instituts (Forschung und Entwicklung) von SOS-Kinderdorf mit Ankyra/Diakonie, Flüchtlingsdienst, Caritas Tirol, PsychTransKultAG Tirol und Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Worum ging es bei der Veranstaltung?

Die Jugend ist die Phase, in der sich die einzigartige Persönlichkeitsstruktur eines jeden Menschen ausprägt. Die Selbstfindung, wer ich bin und sein möchte bzw. welche Position und soziale Rolle ich in der Welt einnehme, wird wesentlich von dem Bild bestimmt, welches sich die Mitmenschen von mir machen. Dieses Fremdbild kann meinen Spielraum, mich selbstbestimmt zu entwickeln, beschränken.

Wird Jugendlichen eine Rolle aufgedrängt, erleben sie ihre Zukunft eher als fremdbestimmte Erfüllung von vorhandenen Erwartungen. Jugendliche hingegen, die ihre Identität eigenständiger entwickeln konnten, haben einen Sinn dafür, nicht nur wer sie sind, sondern auch wie sie es geworden sind und dass sie diesen Prozess selber aktiv mitgestaltet haben.

Gerade Jugendliche, deren familiäre Biographien von Migrations- oder Fluchterfahrung geprägt sind, finden häufig bei der Identitätsfindung erschwerte Bedingungen vor: Sie sind oft dem Zwiespalt ausgesetzt, einfach als Jugendliche behandelt werden zu wollen und sich wie alle anderen auch dieser Gesellschaft zugehörig fühlen zu dürfen. Sie müssen aber immer wieder erfahren, dass sie als »Fremde« angesehen werden, nicht erwünscht sind, nicht an allen Bereichen eines Jugendlichenlebens partizipieren dürfen oder diskriminiert werden.

In der Regel bleibt unsichtbar, dass diese Jugendlichen ein beachtliches »Mehr« an Entwicklung zustande bringen müssen. In dieser Tagung wurde vieles von diesem »Unsichtbaren« sichtbar gemacht. Im Zentrum stand die Frage: „Wie kann Identitätsfindung von Jugendlichen unter dem Aspekt des Sich-fremd-Fühlens gelingen?“

Jugendliche ins Zentrum rücken und ihnen die Möglichkeit geben, Unsichtbares sichtbar zu machen

Jugendliche ins Zentrum rücken und ihnen die Möglichkeit geben, Unsichtbares sichtbar zu machen.

Über den aktuellen Stand der Arbeit mit migrantischen Jugendlichen in Tirol informieren, in einen theoretischen Kontext setzen und darüber diskutieren.

Vernetzungsmöglichkeiten schaffen und den vorhandenen reichen Erfahrungsschatz zusammenführen.

MitarbeiterInnen der Kinder- und Jugendhilfe, von freien Trägern; aus Flüchtlings- und MigrantInneneinrichtungen; FachärztInnen für Psychatrie; PsychotherapeutInnen; PsychologInnen; SchulpsychologInnen, Beratungs- und VertrauenslehrerInnen; MitarbeiterInnen in Jugendzentren, von Jugendbetreuungseinrichtungen; FamilienarbeiterInnen.



 

Einblicke und Nachlese

Vorträge

  • „Identifizieren und identifiziert werden – Adoleszenz und Migration“
    Dr.in Ruth KRONSTEINER (Wien)
    Folien des Vortrags Download
  • „Jugendliche, die von zu Hause flüchten. Wer bestimmt? Anforderungen an soziale Einrichtungen“
    Sabine TRUMMER (Innsbruck)
 

Video von Tirol TV - RSL tirol tv Filmproduktion GmbH


 

Video von Kunstkollektiv ARTerie


 

Impressionen


Tagungsband "Unsichtbares sichtbar machen

Am Vormittag gab es zwei Vorträge von ExpertInnen: Ruth Kronsteiner, Wien und Sabine Trummer, Innsbruck. Da waren vor allem Beschäftigte in Insitutionen eingeladen, die mit Jugendlichen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte arbeiten. Wir wollten einen Austausch und Vernetzung fördern.


Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Jugendlichen von LEA-Produktionsschule, des Gymnasium Sillgasse Innsbruck, des kurdischen Kulturvereins, des Mädchenvereines ARANEA, der Einrichtung des Roten Kreuzes YO!Vita, des Lerncafés der Caritas in Imst und einiger Jugendlicher aus Tiroler Flüchtlingsheimen. Sie haben uns gezeigt, was sie aus der Unsichtbarkeit heben wollten und sichtbar machen. Die Jugendlichen der Produktionsschule LEA sind auch für das Layout des Tagungsbandes verantwortlich.
 

 

 
/* pageName= Unsichtbares sichtbar machen (2013) pagePrefix= breadCrumb=So hilft SOS / Forschung & Entwicklung / Tagungen / Unsichtbares sichtbar machen (2013) mainDomain=sos-kinderdorf.at langIdentifier=AT,de */