50 Jahre wissenschaftliches Arbeiten bei SOS-Kinderdorf

FORSCHUNG. MACHT. PRAXIS. STARK.

50 Jahre wissenschaftliches Arbeiten bei SOS-Kinderdorf. Vom Sozialpädagogischen Institut zur Abteilung Forschung & Entwicklung


Die Abteilung Forschung & Entwicklung besteht unter unterschiedlichem Namen nun seit 50 Jahren. So lange diese Geschichte ist, so unterschiedlich waren und sind die Aufgaben, mit denen sich die Abteilung seit 1964 beschäftigt. So startete man als Wissenschaftliches Institut von SOS-Kinderdorf International mit der systematischen Erfassung von Daten zu Kindern und Jugendlichen. Zwischenzeitlich rückte das Aufgabengebiet der Aus- und Weiterbildung in den Vordergrund, bevor sich die Abteilung in den letzten Jahren wieder hauptsächlich der Forschung widmete (in dieser Zeit als Sozialpädagogisches Institut – SPI). In der jüngsten Vergangenheit wurde der Fokus vermehrt auf Programmentwicklung gelegt, die sich auch im neuen Namen „Forschung & Entwicklung“ wiederspiegelt.

Rund 80 Gäste ließen die Abteilung vergangenen Dienstag in der Hermann-Gmeiner Akademie hochleben. Dabei wurde die wechselhafte Geschichte der Abteilung gewürdigt, aber auch ein Blick in die Zukunft gewagt. Außerdem wurde auf die Bedeutung von Forschung & Entwicklung als trägerinternes Forschungsinstitut, das sich mit Themen der Kinder- und Jugendhilfe auseinander setzt, hingewiesen.

Elisabeth Hauser, Leiterin den Fachbereichs Pädagogik hob in ihrer Begrüßung die Relevanz der Abteilung organisationsintern und -extern hervor. Intern ist das beispielsweise die Reflexion der eigenen Arbeit und das genaue Nachfragen und Hinschauen auf relevante Themen. Extern manifestiert sich die Bedeutung unter anderem auf die Kooperation mit PartnerInnen der Fachöffentlichkeit, sowie auch in der Positionierung von SOS-Kinderdorf im Kinder- und Jugendhilfe-Diskurs.

Für den Blick auf die Geschichte konnten ehemalige LeiterInnen der Abteilung gewonnen werden. So blickte etwa Renate Wetjen, Leiterin von 1970 bis 1987, auf die Gründungsjahre des Instituts zurück. Sie wies auf die damals oft noch mangelhafte Betreuung von Kindern in Heimen und dem Konzept, das SOS-Kinderdorf dem gegenüber stellte hin und illustrierte die damalige Arbeitsweise, anhand einer mitgebrachten Lochkarte, mit der früher Statistiken erstellt wurden. Christian Posch, der das Institut von 1987 bis 1994 leitete, sieht die Abteilung Forschung & Entwicklung nun endlich dort angekommen, wo er sie immer sehen wollte. Trotzdem bliebe noch viel Arbeit für die Abteilung, speziell im Transfer und in der Implementierung von Wissen in die Praxis. Romana Hinteregger, Leiterin von 1994 bis 2007, stellte vor allem die Aufgaben der Weiterbildung, die in ihre Leitungszeit fielen, in den Vordergrund. Außerdem erinnerte sie sich positiv an den Umbruch der Organisation, der damals im Gange war. Bettina Hofer, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Forschung & Entwicklung, ließ die Leitungsjahre (2008 bis 2013) von Hermann Putzhuber (†), die vor allem von vermehrter Forschungstätigkeit und die Vernetzung mit anderen wissenschaftlichen Institutionen geprägt war, Revue passieren. Den Abschluss des ersten Teils bildete Susanne Zoller-Mathies, die aktuelle Leiterin von Forschung & Entwicklung, die die Projekte, an denen die MitarbeiterInnen heute arbeiten, vorstellte.

Klaus Wolf von der Universität Siegen, ein langjähriger Kooperationspartner von SOS-Kinderdorf, machte sich in seinem Vortrag Gedanken über Herausforderungen für die Forschung im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe. Dabei hob er die Chancen, aber auch Risiken eines trägerinternen Forschungsinstitutes hervor.

Zum einen kann ein solches Institut für die Organisation Legitimation sein, um in den gesellschaftlichen Diskurs über Kinder und Jugendliche einzusteigen. Dazu benötigt es eine spezifische Expertise, die die Abteilung Forschung & Entwicklung leisten kann. Zum anderen erfüllt die Abteilung wichtige organisationsinterne Funktionen. Sie kann Benchmarking für erfolgreiche Arbeit leisten, Lernprozesse in den Arbeitsfeldern anregen und kritische Evaluierungen durchführen.

Außerdem sieht Klaus Wolf die Abteilung Forschung und Entwicklung als eine Art Membran zwischen den Diskursen innerhalb und außerhalb der Organisation, die so die jeweiligen Themen zwischen der Innen- bzw. Außenwelt von SOS-Kinderdorf transportieren und übersetzen. Dazu brauche es, so Wolf, Freiheiten für die Abteilung, um nicht von der Gesamtorganisation instrumentalisiert zu werden.

Nach diesem spannenden offiziellen Teil blieb auch noch genug Zeit um zu Plaudern, sich mit alten und neuen Bekannten bei einem Gläschen Sekt auszutauschen, den Klängen der Grup Iklim zu lauschen und auf die kommenden 50 Jahre anzustoßen.

Hier können Sie die Festschrift downloaden.

 

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