21. Juni 2017 | Vaterbild

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

"Für Jakob von Papa" steht auf dem Lederfußball, den der strohblonde 9-Jährige mit leuchtenden Augen in den Händen hält und auch der knapp 30-jährige Mann, der wie sein älteres Abbild aussieht, strahlt bis über beide Ohren.

Das letzte Mal hatten sich Vater und Sohn vor über sieben Jahren gesehen. Damals war Jakob gerade einmal 18 Monate alt. Als er mit seinem kleinen Halbbruder 2012 ins SOS-Kinderdorf kam, kannte er nur seinen Stiefvater, der alles andere als liebevoll mit ihnen umgegangen war. Bei der pädagogischen Traumabearbeitung erfuhr der kleine Fußballfan, dass der Mann, mit dem er unschöne Erinnerungen verband, nicht sein leiblicher Vater ist. Erleichterung. Dann kam die Unsicherheit. Wer bin ich, woher komme ich und warum bin ich hier?


Wenn man weiß, woher man kommt, kann man entscheiden, wohin man geht.

Sprichwort
 

Wer seine Wurzeln kennt, kann in den Himmel wachsen

Fragen, die sich alle Kinder, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, stellen. "Damit diese Kinder und Jugendlichen aber ihre Persönlichkeit entwickeln, die Vergangenheit bearbeiten und ihre aktuelle Situation verstehen können, ist es enorm wichtig, dass sie ihre Herkunft kennenlernen", weiß Isabella Müller, Pädagogische Leiterin bei SOS-Kinderdorf. "Je verständlicher man die Vergangenheit macht und mit der Gegenwart nachvollziehbar in Beziehung setzt, umso planbarer ist die Zukunft. Und das gelingt mit professioneller Biografiearbeit und durch das Einbeziehen der Familie in die Arbeit mit den Kindern."
 

Man kann Eltern nicht ohne ihre Kinder denken und Kinder nicht ohne ihre Eltern

Mit der Unterstützung von Jakobs Mutter und mit Hilfe der Sozialen Medien konnte Jakobs Papa gefunden werden. Beide waren aufgeregt und freuten sich auf das Wiedersehen, das dem Jungen möglich gemacht hat, sein traumatisierendes Vaterbild zu ersetzen. Jakob hat nun eine Kontaktperson, mit der er in die Zukunft denken kann und sein Vater späte Vaterfreuden. Auch wenn die beiden nach wie vor nicht zusammenleben. "Ich weiß, dass du mein Papa bist", freut sich Jakob. "Denn du hast ja genauso blonde Haare wie ich! Gehen wir Fußballspielen?"
Weiterführende Informationen
 

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