16. Dezember 2016

Ein Jahr neue Heimat für Flüchtlingsfamilien im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl

Großartige Hilfestellungen von allen Seiten – zusätzliche ehrenamtliche Deutschlehrer gesucht

Der kleine Garten wurde im Sommer bereits fleißig genutzt.
Seit rund einem Jahr leben im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl nicht mehr nur Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können, sondern auch Familien, die aus ihrer Heimat flüchten mussten. Im vergangenen Jahr haben im SOS-Kinderdorf zehn geflüchtete Familien im Projekt "Eltern-Kind-Wohnen für Flüchtlingsfamilien" ein neues Zuhause gefunden.

"Wir haben uns im Herbst 2015, als für so viele geflüchtete Menschen Unterkünfte gesucht wurden, dazu entschieden, nicht nur unbegleitete geflüchtete Kinder und Jugendliche bei uns aufzunehmen, sondern auch Familien im Rahmen eines Selbstversorgungsquartiers", berichtet die Projektleiterin Judith Heissenberger. "Alle im Dorf haben mitgeholfen, um so schnell wie möglich Quartiere für Familien in Not zu schaffen."

Die Jugendlichen im Dorf haben die Unterkünfte neu ausgemalt und Möbel aufgebaut. Die Nachbarsfamilien haben Betten bezogen, gespendete Kleider sortiert und die Zimmer gemütlich gestaltet. Nun unterstützt eine Betreuerin von SOS-Kinderdorf die Familien, die aus Afghanistan, Syrien und dem Irak stammen, dabei, die Herausforderungen in ihrem neuen Leben zu bewältigen.

Ein Jahr nach dem Start des Projekts konnte bereits die zehnte Familie aufgenommen werden. Vier Familien sind in der Zwischenzeit weitergereist. Manche konnten mit ihren weiteren Familienmitgliedern zusammengeführt werden. Andere haben nach dem Erhalt der positiven Asylbescheide bereits eine eigene Wohnung gefunden.
 

Große Hilfsbereitschaft in der Umgebung

"Nicht nur bei uns direkt im SOS-Kinderdorf, sondern auch viele andere Menschen aus der Gemeinde in Hinterbrühl und der Umgebung haben uns ganz toll dabei geholfen, den Familien bei uns einen guten Start zu ermöglichen", erzählt Heissenberger. "Als die ersten Familien eingezogen waren, haben auch diese neuen Dorfbewohner tatkräftig mitgeholfen, die weiteren Quartiere zu renovieren."

Die jüngeren Kinder haben schnell in der Schule und im Kindergarten Fuß gefasst. Schwieriger ist die Situation für die Jugendlichen. Wie der Großteil der nicht mehr schulpflichtigen Flüchtlinge in Österreich, müssen auch die Jugendlichen im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl abwarten und auf Bildungsmöglichkeiten hoffen. "Wir haben uns sehr gefreut, dass sich auch für die Jugendliche so manche Türen geöffnet haben", erzählt Heissenberger. "Ein Gymnasium hat vorübergehend einen Platz gefunden und auch über die ehrenamtliche Initiative connect Mödling konnten einige Jugendliche einen Schul- oder Kursplatz finden."
 

Ehrenamtliche Deutschlehrer gesucht

Auch für die Erwachsenen ist das Deutschlernen eines der wichtigsten Anliegen. Bis zu sechs ehrenamtliche Lehrerinnen und Lehrer wechseln sich ab, um auf unterschiedlichen Levels Deutsch zu unterrichten. "Wir haben unseren ehrenamtlichen Lehrerinnen und Lehrern viel zu verdanken – sie sind geduldig und hartnäckig zugleich", so Heissenberger. "Zusätzliche Unterstützung für den Deutschunterricht könnten wir aber noch gut gebrauchen." Wer sich auch ehrenamtlich im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl engagieren möchte, kann sich unter hinterbruehl@sos-kinderdorf.at melden. Besonders freuen würden sich die Erwachsenen auch über die Möglichkeit für eine gemeinnützige Beschäftigung. Gerne würden sie so an die hilfsbereite Gemeinschaft in der Umgebung etwas zurückgeben.

"Nach diesem ereignisreichen Jahr können wir sagen, dass es ein großes Glück ist, Menschen in Not helfen zu können und wir sind so dankbar, für die vielen selbstverständlichen Hilfen, so vieler Menschen in unserer Umgebung", fasst Heissenberger die Ereignisse des vergangen Jahres zusammen. "Im November 2016 wurden wir von der Gemeinde Hinterbrühl für das Engagement im Bereich der Flüchtlingsarbeit mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet, diese Ehre möchten wir mit allen unseren Helferinnen und Helfern teilen." Das Jahr 2016 hat für das SOS-Kinderdorf Hinterbrühl einen Einblick in neue Kulturen und Religionen gebracht. Es wurde gemeinsam gefeiert und leckere neue Speisen ausprobiert. Am 6. Dezember hat der Nikolaus alle Familien besucht und für großes Staunen gesorgt. Zu Weihnachten bekam jede der Familien einen eigenen Christbaum.
 
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