
Barbara Schett mit ihrem indischen Patenkind. (Foto: SOS-Archiv)
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Wie kamen Sie auf die Idee, eine SOS-Patenschaft zu übernehmen?
Wenn ich in St. Anton Tennis gespielt habe, kam ich auf der Fahrt immer wieder am SOS-Kinderdorf in Imst vorbei. Ich machte mich schlau, was es damit genau auf sich hat und war einfach begeistert, was Hermann Gmeiner da erreicht hat. Als Vorarlberger kam er nach Tirol und gründete hier das erste SOS-Kinderdorf. Heute leistet SOS-Kinderdorf in der ganzen Welt unheimlich viel für Kinder in Not und ich wollte meine Bekanntheit nutzen, um darauf aufmerksam zu machen.
Sie haben auch zwei Ubuntu-Patenschaften übernommen. Denkt man im Alltag überhaupt an seine Patenschaft?
Ich denke nicht jeden Tag an meine Patenschaft. Aber allein die Entscheidung, eine SOS-Patenschaft zu übernehmen, ist schon etwas Spezielles. Zwei mal im Jahr bekomme ich einen Bericht aus meinem SOS-Kinderdorf und werde sozusagen an meine Patenschaft erinnert. Aber auch so denke ich immer wieder daran - das läuft nicht nur einfach so mit.

"Ich bin stolz darauf, SOS-Patin zu sein." (Foto: SOS-Archiv)
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Jetzt wo ich die Gelegenheit hatte, selbst in mein SOS-Patendorf zu fahren, ist das natürlich noch einmal etwas anderes. Das war eine Erfahrung, die einfach in mir drin ist. Wenn man sieht, wie gut es den Kindern im SOS-Kinderdorf geht, wie wohl sie sich fühlen, das ist ein schönes Erlebnis. Durch SOS-Kinderdorf und durch die Hilfe der Paten bekommen die Kinder eine Chance, die sie sonst nie gehabt hätten. Eine saubere Umgebung, regelmäßiges Essen, eine Ausbildung und medizinische Versorgung. In Indien alles keine Selbstverständlichkeit.
Woran sieht man, dass sich die Kinder wohl fühlen?
Die Stimmung im SOS-Kinderdorf ist sehr harmonisch. Die Kinder und ihre SOS-Mütter haben ein unheimlich gutes Verhältnis zueinander. Man sieht den Kindern einfach an, dass sie hier glücklich sind. In Indien gibt es ja viele verschiedene Religionen. Um die Kinder in ihrer eigenen Religion zu erziehen, wohnen in einer Familie möglichst Kinder mit derselben Religion. Manchmal kommt es sogar vor, dass eine SOS-Mutter den Glauben ihrer Kinder annimmt, einfach aus Liebe zu ihnen.

Barbara Schett beim SOS-Kinderdorf-Stand am Christkindlmarkt in Innsbruck, Dezember 2005. (Foto: SOS-Archiv)
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Die SOS-Mütter leisten überhaupt ganz Erstaunliches. Vielfach opfern sie sich wirklich auf und verzichten fast gänzlich auf ihr Privatleben. Viele der SOS-Mütter sind selbst im SOS-Kinderdorf aufgewachsen. Daran sieht man, wie verbunden sie mit dem SOS-Kinderdorf sind.
Wie haben Sie Indien außerhalb von SOS-Kinderdorf erlebt?
Der Gegensatz zum SOS-Kinderdorf ist schon sehr groß. Auch im Kinderdorf werden die Kinder nicht verwöhnt, aber dort leiden sie nicht an Armut. Selbstverständlich kann man nicht allen Kindern helfen, aber wenn man sieht, wie nett die Kinder sind, möchte man am liebsten für jedes von ihnen eine Patenschaft übernehmen - es sind zu viele, aber jedes einzelne, Kind, dem man helfen kann, ist eines mehr, mit einer echten Chance auf ein gutes Leben.