SOS-Kinderdorf Nußdorf-Debant 

Mit mehr als 50 Jahren war das SOS-Kinderdorf Osttirol in die Jahre gekommen und so stellte sich vor einigen Jahren die Frage: neu bauen oder renovieren? Dorfleiter Johannes Schaubensteiner erzählt: "Nach intensiven Überlegungen, Diskussionen und Besichtigungen von verschiedenen Projekten entschieden wir uns schließlich für einen Neubau und für das Konzept eines integrativen SOS-Kinderdorfs. Es folgte ein Architekturwettbewerb und eine so genannte "Gartenhaussiedlung" wurde errichtet, also eine Siedlung mit hoher Baudichte, ähnlich wie im sozialen Wohnbau."

Ein offenes Dorf

Entstanden ist eine Siedlung mit 38 Mieteinheiten, zehn davon gehören zum SOS-Kinderdorf. Sechs SOS-Kinderdorf-Familien leben in zweigeschossigen Häusern mit einem kleinen Garten. In jedem der Häuser wachsen bis zu sechs Kinder auf. "Unsere Erwartung an dieses Konzept war, das SOS-Kinderdorf zu öffnen, den Kindern zu ermöglichen, in einer "normalen" Umgebung aufzuwachsen", erklärt Johannes Schaubensteiner.

Zusammenleben gestalten

Natürlich gab es in dem kleinen Ort Nussdorf-Debant, in dem sich das SOS-Kinderdorf befindet, auch Vorbehalte. Johannes Schaubensteiner: "Zum Beispiel, dass die Bauweise zu eng wäre und sicher viele Konflikte entstünden. Aber ich finde, in jedem Zusammenleben entstehen Konflikte. Denen muss man sich eben stellen."

Einen aktiven Beitrag zum Zusammenleben will Johannes Schaubensteiner durch Nachbarschaftsfeste, Adventfeiern und Gesprächsangebote leisten. Und: "Wir möchten uns außerdem als Experten in Erziehungsfragen präsentieren, etwa indem wir in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Vorträge organisieren." Auch mit der Kirche arbeitet SOS-Kinderdorf zusammen. Die Gartenhaussiedlung liegt genau zwischen Gemeindeamt und Kirche, und so entsteht hier ein neuer Ortskern neben dem alten, gewachsenen. "Es wird sich zeigen, wie wir Nachbarschaft und die SOS-Kinderdorf-Idee leben können", meint Johannes Schaubensteiner.
Wo wir tätig sind ...