Neue Chancen durch Perspektivenwechsel...Marie kam mit sechs Jahren ins SOS-Kinderdorf nach Altmünster und lebte zunächst im Krisenpflegeplatz Simba. Ihre Eltern hatten sich getrennt. Die Drogenabhängigkeit der Mutter machte es ihr unmöglich, alleine für die Tochter zu sorgen, deren gesunde Entwicklung und Schutz gefährdet waren. Eine Analyse der familiären Strukturen ergab, dass Maries Vater durchaus bereit und in der Lage war, das Mädchen aufzuziehen. Der Kontakt der beiden wurde aber nach der Trennung des Paares von der Mutter unterbunden.
In der Kinderwohngruppe Tabaluga lernten sich Marie und ihr Vater wieder kennen. Schritt für Schritt fasste das Mädchen Vertrauen; Schritt für Schritt baute der Vater seine elterliche Kompetenz auf. Der junge Mann türkischer Abstammung hatte vieles zu lernen: den richtigen Umgang mit seiner Tochter, Verantwortung übernehmen, Finanzierung sichern, Einklang finden zwischen eigener Familie und südländischen Familientraditionen u.v.m. Auch räumlich müssen erst die Voraussetzungen für die Rückkehr von Marie geschaffen werden. Das Tabaluga Team stand stets konstruktiv mit Rat und Tat zur Seite und half ebenso das soziale Netz rund um die Familie aufzubauen.
Die Bereitschaft des Vaters, sich aktiv einzubringen und seine Offenheit sind die wichtigsten Voraussetzungen für diesen positiven Entwicklungsprozess. Alle Beteiligten freuen sich schon darauf, wenn Marie in Kürze zu ihrem Vater übersiedeln kann.