
Die Aufenthaltsdauer für einen diagnostischen Aufenthalt beträgt 8 – 12 Wochen. Daran kann sich ein therapeutischer Aufenthalt von ein bis zwei Jahren anschließen, bei dem gemeinsam mit den Eltern intensiv an einer Rückführung des Kindes in die Herkunftsfamilie gearbeitet wird. Bei einer Entlassung nach Hause wird bei Bedarf eine weiterführende nachgehende ambulante Betreuung angeboten. Wenn sich nach der diagnostischen Abklärung eine dauerhafte Fremdunterbringung als notwendig erweist, wird der Übergang in eine weiterführende Einrichtung professionell begleitet. Seit zwei Jahren besteht auch die Möglichkeit zur Aufnahme von Kindern gemeinsam mit ihren Eltern.
Diagnostik
Das Bienenhaus fühlt sich im besonderen Maße für Kinder und Jugendliche mit massiven Problemen zuständig. Häufig äußern sich diese Probleme in auffälligen Verhaltensweisen der Kinder oder es finden sich in den Lebensbedingungen der Kinder deutliche Risikofaktoren, die eine Kindeswohlgefährdung befürchten lassen. Wir fühlen uns insbesondere zuständig für komplexe Fragestellungen der Jugendwohlfahrt und versuchen die SozialarbeiterInnen durch tiefgründige Diagnostik, intensive Arbeit mit den Familien und pädagogischen, wie therapeutischen Empfehlungen zu unterstützen. Die Grenzen zur psychiatrischen Behandlung sind fließend vor allem bei massiven Selbst- und Fremdgefährdungen. Von rein psychiatrischen und psychosomatischen Störungsbildern, wie z.B. psychotischen Symptomatiken, Essstörungen usw., und diesbezüglichen Behandlungen grenzen wir uns ab.
Durch die intensive diagnostische Zusammenarbeit von Ärzten, Psychologen, Pädagogen und Therapeuten entsteht im Laufe eines diagnostischen Aufenthaltes ein tiefgründiges Verständnis vom Kind und seiner Lebenssituation. Darauf basierend werden Empfehlungen für die weitere Betreuung erarbeitet beziehungsweise gemeinsam mit den Eltern und dem zuständigen Jugendamt Lösungswege angebahnt. Dabei wird jede Möglichkeit des weiteren Aufwachsens in der leiblichen Familie überprüft und gegebenenfalls gefördert. Bei einer Entlassung zu den leiblichen Eltern wird bei Bedarf eine weiterführende, nachgehende ambulante Betreuung angeboten.
Therapie
Eine Möglichkeit der weiterführenden Betreuung ist ein ein- bis zweijähriger Aufenthalt in der Therapiegruppe Miraculix. Wenn die Beziehungen zwischen Eltern und Kind grundsätzlich tragfähig und die Rückführung des Kindes realistisch erscheinen, kann das Bienenhaus einen therapeutischen Aufenthalt empfehlen. Dort bekommen die Kinder intensive Förderung, als auch therapeutische Begleitung in einer Kleingruppe und gleichzeitig wird mit den Eltern an einer Erweiterung ihres Verständnisses für das Kind und der Entwicklung ihrer Erziehungskompetenz gearbeitet.
Betreuung von Kindern gemeinsam mit ihren Eltern (Familienprojekt)
Seit zwei Jahren bietet das Bienenhaus nicht nur den Kindern, sondern auch ganzen Familien diagnostische, therapeutische und pädagogische Unterstützung an. Die Familien wohnen für einen vereinbarten Zeitraum in einem Einfamilienhaus im SOS-Kinderdorf. Der Schwerpunkt der multiprofessionellen Arbeit liegt in der Stärkung der familiären Beziehungen. Die zentrale Erziehungsaufgabe bleibt bei den Eltern. Auch die Gestaltung des Alltags bleibt in der Familie. Das Team des Bienenhauses begleitet und unterstützt genau dort, wo Hilfe gebraucht wird. Jedes Kind wird in Schule, Freizeit und durch verschiedenen Therapieangebote individuell gefördert und die Eltern werden in ihrer Erziehungsaufgabe intensiv begleitet. Die Aufenthaltsdauer beträgt zwischen wenigen Monaten bis zu maximal zwei Jahren. Die Broschüre "Familien stärken Starke Familien" gibt weitere Details. Sie können sie via eMail
bienenhaus@sos-kinderdorf.at anfordern.