
Letzter Zufluchtsort: Das SOS-Nothilfedorf in Ngarama, Ruanda. (Foto: SOS-Archiv)
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SOS-Kinderdorf nützt bei der Durchführung von Nothilfeprogrammen seine vorhandene Infrastruktur und Präsenz in vielen Ländern und Regionen, um den Betroffenen möglichst effizient die dringend benötigte Hilfe zukommen zu lassen. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen wie ICRC, UNHCR und UNICEF sowie mit Behörden und Regierungsstellen hat sich in der Bewältigung von Krisensituationen bestens bewährt.
Das Spektrum der humanitären Hilfsaktionen in akuter Not ist groß. Die Mitarbeiter vor Ort können flexibel und bedarfsorientiert handeln und innerhalb kurzer Zeit überschaubaren Zielgruppen, vorrangig Kindern und deren Familien, helfen. In den vergangenen Jahrzehnten hat SOS-Kinderdorf in Hunger- und Dürregebieten Ausspeisungszentren errichtet und oftmals über Jahre die Ernährung von Kindern und deren Familien sichergestellt.

Nothilfe nach verheerendem Erdbeben 2001 in Gujarat, Indien. (Foto: SOS-Archiv)
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Nach Naturkatastrophen wurden Notunterkünfte geschaffen oder Baumaterialien zum Wiederaufbau zur Verfügung gestellt. Kriegsflüchtlinge und Kriegswaisen konnten in eigens angemieteten oder neu errichteten Räumlichkeiten Sicherheit und Betreuung finden. Kliniken wurden gebaut, medizinische Notversorgung, Impfprogramme und Epidemienbekämpfung durchgeführt. Kinder in Krisensituationen erhielten Unterricht, wurden therapeutisch begleitet, Freizeitaktivitäten wurden gestaltet, Brunnen gebaut, Hilfsgüter jeglicher Art verteilt, Nahrungsmittelpakete wurden zusammengestellt.
Bei Katastrophen größeren Ausmaßes konzentriert sich SOS-Kinderdorf vorrangig auf jenen Bereich, in dem es die größte Kompetenz hat: verlassenen Kindern Schutz und Sicherheit geben, indem sie in SOS-Kinderdörfern vorübergehend oder auch dauerhaft aufgenommen werden. Wenn der Bedarf entsprechend hoch ist und die Kapazitäten bestehender SOS-Kinderdorf-Einrichtungen nicht ausreichen, münden diese SOS-Nothilfeprogramme häufig in die Errichtung neuer SOS-Kinderdörfer.
Der Übergang von der kurz- und mittelfristig anberaumten Akuthilfe für Kinder zu einer dauerhaften Einrichtung kennzeichnet oftmals auch die Entwicklung anderer Nothilfeprogramme. Da die Hilfsbedürftigkeit der Menschen meist über einige Wochen, Monate und auch Jahre andauert, werden die Hilfsprogramme häufig in permanenten SOS-Kinderdorf-Einrichtungen wie z.B. Sozialzentren oder medizinische Zentren weitergeführt. Und es werden den Menschen besondere Dienste zur Verfügung gestellt, damit sie ihre Lebenssituation langfristig verbessern können (z.B. durch Ausbildungsmöglichkeiten und Beratungsstellen).