 SOS-Klinik in Addis Abeba (Äthiopien). (Foto: SOS-Archiv) |
Die von SOS-Kinderdorf geführten medizinischen Einrichtungen sollen die medizinische Grundversorgung der Menschen in ihrem Einzugsbereich sichern und sind in Ausnahmefällen, wie z.B. die SOS-Nothilfeklinik in Mogadischu, jedoch auch von überregionaler Bedeutung.
Über fünfzig medizinische Zentren hat SOS-Kinderdorf außerhalb Europas bisher errichtet, um dort, wo die Bevölkerung nur ungenügenden oder keinen Zugang zu medizinischen Einrichtungen hat, zu helfen. Diese Zentren sind unmittelbar an SOS-Kinderdörfer angeschlossen und können die notwendigsten lokalen medizinischen Erfordernisse oder Spezialgebiete wie zum Beispiel Geburtshilfe abdecken bzw. Präventivmedizin leisten.
Ziel der SOS-medizinischen Zentren ist es, den Gesundheitsstandard in den örtlichen Gemeinden zu verbessern, mit Informationskampagnen und Impfprogrammen Präventivarbeit zu leisten, die Kindersterblichkeit zu reduzieren, unterernährte Kinder zu stabilisieren und zu versorgen sowie bei Unfällen Erste Hilfe zu leisten.
 Konsultation im Gesundheitszentrum in Kara (Togo). (Foto: SOS-Archiv) |
Die Kliniken sind sieben Tage in der Woche geöffnet und bieten normalerweise ambulante Behandlung und Präventivmedizin (Impfungen, Kurse in Hygiene, Prophylaxe, Ernährung, Erste Hilfe etc.). Viele Klinken verfügen auch über ein eigenes Labor, eine kleine Bettenstation und eine Apotheke. Das Personal setzt sich aus staatlich geprüften Krankenschwestern, Hebammen, Labortechnikern und Ärzten zusammen.
SOS-Kinderdorf betreibt auch Mutter-Kind-Klinken, die prä- und postnatale Betreuung, Geburtshilfe und Impfungen für Neugeborene bieten. Um eine hohe Qualität in der prä- und postnatalen Medizin gewährleisten zu können, werden an Schwangere sowie Frauen mit Babies Karten zur Dokumentation der Ambulanzbesuche, Behandlungen und Impfungen ausgegeben. Außerdem betreibt SOS-Kinderdorf kleine Zahnkliniken und medizinische Spezialeinrichtungen für behinderte Kinder und Jugendliche.
 Zahnarztambulatorium in Los Mina (Dominikanische Republik). (Foto: SOS-Archiv) |
Eine der ganz großen Herausforderungen der vergangenen Jahre war und wird in der Zukunft die dramatische Zunahme an HIV/AIDS-Erkrankungen vor allem in afrikanischen, in einigen asiatischen und auch lateinamerikanischen Ländern sein. Die HIV-Infektionsraten haben derartige Ausmaße angenommen, dass ganze Gesellschaften in ihrer sozialen Basis, ihrer Wirtschaftskraft und in ihren inneren Strukturen geschwächt werden und vor Veränderungen stehen, die von den einzelnen Staaten kaum bewältigt werden können.
Auch die SOS-medizinischen Zentren müssen neue Konzepte und Strategien entwickeln, um auf die veränderten Anforderungen reagieren zu können. Es werden in einer Reihe von medizinischen Zentren, vor allem in afrikanischen Ländern, verstärkt Aufklärungskampagnen über die Infektionsgefahr und gegen die Diskriminierung von AIDS-Kranken durchgeführt, es werden Beratung und Betreuung für Angehörige sowie medizinische Versorgung für HIV-infizierte Menschen angeboten.