 Schweißerausbildung am tibetischen Zentrum in Dehradun (Indien). (Foto: SOS-Archiv) |
Hohe Arbeitslosigkeit, schlechte soziale Startbedingungen, wechselnde Anforderungen am Arbeitsmarkt, wirtschaftliche Randlagen, mangelnde Ausbildungsmöglichkeiten - dies sind nur ein paar Faktoren, mit denen Jugendliche nach Abschluss ihrer schulischen Ausbildung konfrontiert sind. Mit den SOS-Berufsbildungszentren versucht SOS-Kinderdorf, Jugendlichen faire Startmöglichkeiten für eine unabhängige Lebensführung zu bieten, damit sie den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen gewachsen sind.
Das ökonomische Ungleichgewicht zwischen Nord-Süd verlangt jedoch nach regional unterschiedlichen Ausbildungsangeboten und Betreuungsmodellen. Die Diversifikation der Arbeitsmärkte, Angebot und Nachfrage, nationale Wirtschaftsfaktoren, das regionale Stellenangebot, der soziale Hintergrund jedes einzelnen Jugendlichen, seine individuellen und die von außen bestimmten Perspektiven, die Besonderheiten des Standorts eines Ausbildungszentrum - alles Aspekte, die bei der Errichtung eines Berufsbildungszentrums berücksichtigt werden müssen.
 Ackerbau im Rahmen der landwirtschaftlichen Ausbildung in Bahir Dar (Äthiopien). (Foto: SOS-Archiv) |
Die Lehrinhalte orientieren sich daher stark an den lokalen und regionalen Beschäftigungsmöglichkeiten, um die Jugendlichen nicht "ins Leere" auszubilden. SOS-Jugendliche und Jugendliche aus der Nachbarschaft, die sozial benachteiligt sind oder kaum eine Ausbildungsmöglichkeit vorfinden, können so bedarfsorientiert Qualifikationen und Fähigkeiten erwerben, die ihnen als Erwachsene ein autonomes Leben ermöglichen.
Einige SOS-Berufsbildungszentren bieten befristete Anstellungen, wodurch Jugendliche praktische Berufserfahrung sammeln und selbst hergestellte Produkte verkaufen oder ihre Dienstleistungen anbieten können. Berufsbildungszentren können in Form kleiner Workshops organisiert oder Projekte sein, die Hunderten jungen Menschen Ausbildung in verschiedenen Berufssparten anbieten. Häufig arbeiten die Zentren mit lokalen Firmen und anderen Partner zusammen, betreiben Arbeitsmarktforschung und Berufsberatung.
 Das erfolgreiche SOS-Berufsbildungszentrum in Kality (Äthiopien). (Foto: SOS-Archiv) |
Die jeweiligen Ausbildungszweige entsprechen in Dauer, Lehrinhalt und Praxis den landesüblichen Regelungen und werden mit einem staatlich anerkannten Diplom bzw. Lehrzeugnis abgeschlossen. Weltweit über 130 SOS-Berufsbildungszentren bieten Kurse und Lehren in Handwerk, Gewerbe und diversen Dienstleistungssparten. Das Angebot ist entsprechend vielfältig: Automechanik, Metallverarbeitung, Druck-, Installations- und Elektrotechnik, Tischlerhandwerk, Töpferei und Schneiderei, traditionelle alte Handwerkstechniken (z.B. in Berufsbildungszentren für Tibeter in Indien und Nepal), Hauswirtschaftslehre, Ausbildung in Bürokauffrau/mann, Kochunterricht, landwirtschaftliche Lehrgänge in Ackerbau und Viehzucht, Computerausbildungen, etc.