Die umfassende und langfristige Betreuung im Rahmen des SOS-Kinderdorfes hat in vielen Ländern eine Modellfunktion für die Fremdunterbringung von Kindern, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihrer Ursprungsfamilie bleiben können oder ihre leiblichen Eltern verloren haben. In der engen und erfolgreichen Zusammenarbeit mit Behörden, wissenschaftlichen Fachkreisen, anderen pädagogischen Institutionen und Hilfsorganisationen kommt diese langjährige professionelle Erfahrung zum Ausdruck. Aber auch in der Tatsache, dass häufig an SOS-Kinderdorf International mit der Bitte herangetreten wird, in einem Land, einer Region oder an einem bestimmten Ort, wo die Zahl verwaister und verlassener Kinder hoch ist und die Möglichkeit zu deren Betreuung unzureichend sind, ein SOS-Kinderdorf zu erreichten.
SOS-Kinderdorf International unterhält seit vielen Jahren mit einer Reihe von UN-Unterorganisationen Kontakte, sei es bei der Durchführung und Unterstützung von Hilfsprogrammen oder im Rahmen langfristig angelegter humanitärer Projekte vorrangig für Kinder, Mütter und Familien in Not. Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums von SOS-Kinderdorf im Jahr 1999 kam es zu einem Treffen von UN-Generalsekretär Kofi Annan und Präsident Helmut Kutin in New York. Kofi Annan hob die Bedeutung der SOS-Kinderdorf-Arbeit für benachteiligte Kinder in der ganzen Welt hervor und betonte, wie wichtig nachbarschaftliche Hilfsprojekte wie die SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen und SOS-medizinische Zentren seien. Auch die erfolgreiche und rasche Durchführung von SOS-Nothilfeprogrammen an Krisenherden und in Katastrophengebieten sei ein wesentlicher humanitärer Beitrag, so Kofi Annan.
Eine der größten Auszeichnungen für geleistete Arbeit war die mehrmalige Nominierung der Organisation SOS-Kinderdorf und ihres Gründers Hermann Gmeiner für den Friedensnobelpreis. Während der vergangenen fünf Jahrzehnte erhielten Hermann Gmeiner sowie sein Nachfolger und derzeitige Präsident Helmut Kutin in Anerkennung der SOS-Kinderdorf-Arbeit eine Vielzahl an Auszeichnungen und Ehrungen. In fast allen Ländern, in denen SOS-Kinderdorf aktiv ist, wurden der Organisation bedeutende Preise verliehen. Neben den vielen Ehrenbürgerschaften, Verdienstorden und Ehrendoktoratem seien hier stellvertretend genannt:
- 1980 Päpstlicher Orden "St. Gregorius Magnus" an Hermann Gmeiner, 1999 ebenfalls an Helmut Kutin verliehen
- 1983 "Wateler Friedenspreis", Den Haag, Niederlande, an Hermann Gmeiner
- 1985 " Aristoteles-Preis" der Onassis Stiftung an Hermann Gmeiner
- 1986 in Anerkennung des Engagements für den Frieden und besonderer Bemühungen im Internationalen Jahr des Friedens Ehrung von SOS-Kinderdorf International als "Friedensbotschafter" durch UN-Generalsekretär Pèrez de Cuellar
- 1969 "Social Welfare Order" der Republik Vietnam an Helmut Kutin
- 1990 Huan Chuong Huu Nghi (Freundschaftsorden) der Republik Vietnam an Helmut Kutin
- 1990 "Distinguished Service Cross of the Order of Merit" der Bundesrepublik Deutschland an Helmut Kutin
- 1994 Commander of the Order of Merit, Grand Duchy von Luxemburg an Helmut Kutin
- 1997 "The Award of Friendship Order" von Russland an Helmut Kutin
- 2001 Orden "Honor al Merito Parlamento Centroamericano", Guatemala, an Helmut Kutin
- 2001 "Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich" an Helmut Kutin
- Hilton Humanitarian Prize 2002: die mit einer Million US-Dollar dotierten weltweit größten humanitäre Auszeichnung