
Am 26. April 1986 starb Hermann Gmeiner im 66. Lebensjahr in Innsbruck. Fast vier Jahrzehnte seines Lebens hatte er sich mit ganzer Kraft für vernachlässigte, verwaiste, misshandelte Kinder eingesetzt. Dank seiner in die Realität umgesetzten Vision einer kinderfreundlichen Gesellschaft konnten seit der Gründung von SOS-Kinderdorf zehntausende Kinder in einem geschützten, familiären Umfeld aufwachsen und zehntausende Familien in Krisensituationen unterstützt werden.
Die Bedürfnisse und Rechte von Kindern achten
Lange vor der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention war für Hermann Gmeiner jedes Kind ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft, dessen besondere Bedürfnisse geachtet werden müssen. Für ihn bedingte die Art und Weise, wie Kinder aufwachsen, die Art und Weise unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Eine liebevolle, förderliche Kindererziehung war für ihn Grundvoraussetzung für eine friedliche Koexistenz.
Bis heute sind Kinder, die nicht bei ihrer leiblichen Familie aufwachsen können, vielfachen Risiken ausgesetzt und in ihren Rechten beschnitten. Diesen Kindern und dem Kampf gegen Ausbeutung, Gewalt, Hunger und Verelendung galt Gmeiners ganze Aufmerksamkeit, denn "alle Kinder dieser Welt sind unsere Kinder“. In dieser Verantwortung steht SOS-Kinderdorf bis heute.
Gmeiners Gedanken: Prophetisch und modern
Gmeiner sprach eine Sprache, die in ihrer Einfachheit eine tiefe Weitsicht verbarg. Hermann Gmeiner und seine Sicht auf das, was vor allem Kinder brauchen, sind bis heute nicht vergessen. Anlässlich des 20. Jahrestages der Deutschen Einheit 2010 zitierte ihn der deutsche Bundespräsident Christian Wulff:
"Viele, die trotz Widrigkeiten in eine gute Zukunft gehen konnten, verdanken das Menschen, die ihnen in entscheidenden Momenten geholfen haben – einfach so. Ich selbst habe Lehrer und Nachbarn gehabt, die mir geholfen haben, als meine Mutter erkrankte – einfach so. Der Vater der SOS-Kinderdörfer, Hermann Gmeiner, hat es so ausgedrückt: "Alles Große in der Welt entsteht nur, weil jemand mehr tut, als er tun muss"".
Das Grab Hermann Gmeiners befindet sich - seinem Wunsch entsprechend - im SOS-Kinderdorf Imst.