Hauptstadt: Addis Abeba
Fläche: 1.133.380 km²
Bevölkerungszahl: 73,1 Millionen (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Oromo oder Galla, Amharen, Tigre
Amtssprache(n): Amharisch
Religion(en): Muslime, äthiopisch-orthodoxe Christen, Anhänger animistischer Religionen
Währung: 1 Äthiopischer Birr = 100 Cents
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
1974 wurde Äthiopien von einer Dürrekatastrophe heimgesucht. In Zusammenhang mit dem internationalen Aufruf der Regierung um Hilfe für die notleidende Bevölkerung wurde auch die Notsituation vieler verwaister und verlassener Kinder aufgezeigt. Dies veranlasste SOS-Kinderdorf International, auch in Äthiopien tätig zu werden. Das erste SOS-Kinderdorf wurde in Makalle, der Hauptstadt der Provinz Tigray, einer Region, die von der Hungersnot am meisten betroffen war, errichtet. 1985 wurde Äthiopien von einer neuerlichen Dürrekatastrophe und Hungersnot getroffen, und das SOS-Kinderdorf Makalle konnte durch die Bereitstellung von Nahrungsmitteln und Notunterkünften, im Rahmen eines großangelegten Nothilfeprogramms, wertvolle Unterstützung leisten. Im Laufe der Jahre wurden weitere SOS-Kinderdörfer mit diversen Nebeneinrichtungen in Harrar, der Hauptstadt Addis Abeba, Awassa und Bahir Dar gebaut.
Im Juli 2000 leistete SOS-Kinderdorf Äthiopien abermals Nothilfe nach einer Dürrekatastrophe, diesmal in Ogaden, der Grenzregion zu Somalia. In Gode entstand einerseits eine sechsmonatige Notversorgungseinrichtung mit medizinischer Erstversorgung und Nahrungsmittel-ausgabe. Gleichzeitig wurde mit den Planungsarbeiten zur Errichtung von Äthiopiens sechstem SOS-Kinderdorf mit Nebeneinrichtungen begonnen, in das im August 2004 die ersten Kinder einziehen konnten.
Derzeit wird das siebte Kinderdorf in Jimma gebaut. Daneben entsteht in Jimma die sechste Hermann-Gmeiner-Schule und ein Familienstärkungsprogramm, welche nächstes Jahr den Betrieb aufnehmen werden.
Seit 1998 wurden in Addis Abeba, Hawassa, Bahir Dar und Makalle Sozial- und medizinischen Zentren eingerichtet. Ziel der Sozial- und medizinischen Zentren ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt ihre Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Zurzeit gibt es in Äthiopien sechs SOS-Kinderdörfer, fünf SOS-Jugendeinrichtungen, sechs SOS-Kindergärten, sechs SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, fünf SOS-Berufsbildungszentren, acht SOS-Sozialzentren und vier SOS-medizinische Zentren.