Das SOS-Kinderdorf Addis Abeba wurde im Jahre 1981 als drittes SOS-Kinderdorf Äthiopiens in einem Wohnbezirk im Südwesten von Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, errichtet. Es umfasst 15 Familienhäuser, Dorfleiterhaus, Tantenhaus (SOS-Tanten betreuen die Kinder in Abwesenheit der SOS-Mütter), Gästehaus, Bäckerei, kleines Dorfgeschäft und Verwaltungs- und Servicebereich.
In den fünf Gruppenräumen des SOS-Kindergartens werden bis zu 120 Kinder aus dem SOS-Kinderdorf und seiner Umgebung betreut. Jugendliche aus dem SOS-Kinderdorf Addis Abeba übersiedeln in etwa im Alter von 16 Jahren in eines der drei SOS-Jugendhäuser. Das Leben in den SOS-Jugendhäusern bietet den Jugendlichen ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit. Die Jugendlichen werden lediglich von einem Erzieher betreut. Die Aufnahme im Jugendhaus bedeutet für die Jugendlichen einen wichtigen Schritt in Richtung Verselbständigung, wobei die SOS-Mütter, die Dorfleiter und Psychologen sie sorgfältig auf diesen Schritt vorbereiten. Der Aufenthalt in einem Jugendhaus wird mit ca. vier Jahren angesetzt. Jugendliche die noch in Ausbildung stehen oder auf Arbeitssuche sind können aber auch länger bleiben.
Im SOS-Berufsbildungszentrum Kality, das 1992 in einem Vorort von Addis Abeba errichtet worden ist, erhalten interessierte Jugendliche aus ganz Äthiopien eine dreijährige, qualitativ hochwertige Fachausbildung in den Berufsgruppen: Tischlerei, Automechanik und Maschinenschlosserei. Ziel der Ausbildung am SOS-Berufsbildungszentrum ist es, den äthiopischen Jugendlichen neben einer gediegenen akademischen Ausbildung auch die Möglichkeit zu geben, ein Handwerk zu erlernen und damit einer gesicherten Zukunft entgegenzusehen.
In Keranyo, ebenfalls ein Vorort von Addis Abeba, wurde 1998 ein SOS-Sozialzentrum (Kindertagesstätte) eröffnet, in dem mittlerweile schon mehr als 150 Kindern betreut werden. Kinder aus besonders armen Verhältnissen, denen ein späterer Besuch einer öffentlichen Schule ohne finanzielle Hilfe nicht möglich wäre, werden zum Teil auch vom SOS-Sozialzentrum unterstützt.
Im selben Jahr wurde das SOS-Hermann-Gmeiner medizinisches Zentrum in Betrieb genommen. Es besteht aus einem Behandlungsraum, Medikamentenraum und diversen Nebenräumen. Pro Jahr werden im SOS-Hermann-Gmeiner medizinischen Zentrum ca. 12.000 Patienten behandelt.